Wirtschaft : Weltweiter Wohlstand sinkt um ein Prozent

Bericht der Asiatischen Entwicklungsbank / Ölpreis fällt weiter MANILA/TEHERAN (AFP).Die Finanzkrise in Südostasien wird das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um einen Prozentpunkt drücken.Das schätzt die Asiatische Entwicklungsbank (ADB).Der weltweite Warenaustausch werde um 0,5 Prozentpunkte zurückgehen, prognostiziert die ADB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht. Auch die Staaten Südostasiens müßten sich nach den vergangenen Boomjahren nun auf einen Wachstumsrückgang um 0,4 Prozent einstellen.Doch schon im nächsten Jahr sei eine Erholung zu erwarten.Auch die weltweiten Ölpreise werden nach Einschätzung der ADB dieses Jahr weiter fallen. Die ADB rief die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, auf die Asienkrise "zufriedenstellend zu antworten".Sonst nämlich dürfte das Wachstum der Weltwirtschaft weiter beeinträchtigt werden. Die Auswirkungen der Asienkrise dürften in den USA und Europa weniger stark zu spüren sein als in Japan.Die wichtigste Volkswirtschaft Ostasiens müsse mit einem konjunkturellen Abschwung von 1,5 Prozentpunkten rechnen, hieß es weiter. Für das vergangene Jahr sieht die ADB die Weltwirtschaft auf klarem Erfolgskurs.Sie schätzt den Aufschwung auf 3,2 Prozent, während sie beim internationalen Warenaustausch von einem Plus von neun Prozent ausgeht.Die von der Krise am meisten betroffenen Länder Indonesien, Südkorea, Malaysia, Thailand und die Philippinen sowie die anderen südostasiatischen Staaten Birma, Kambodscha, Laos und Vietnam brauchten noch Jahre zur Erholung.Erst dann werde ihr Pro-Kopf-Einkommen wieder den Stand von vor Beginn der Krise erreichen, heißt es in dem Bericht. Im kommenden Jahr werde das Wachstum der Region aber bereits wieder 2,4 Prozent erreichen, nach 3,9 Prozent im vergangenen Jahr und 7,1 Prozent 1996.Die Tigerstaaten Hongkong, Südkorea, Singapur und Taiwan könnten 1998 nur noch mit einem Aufschwung von 2,2 Prozent rechnen, deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Die von der Krise am stärksten betroffenen Länder fordert die Bank auf, sich an die Auflagen des Internationalen Währungsfonds zu halten, auch wenn diese vielfach erhebliche Belastungen brächten.Der Währungsfonds hat Indonesien, Südkorea und Thailand zusammen mehr als 100 Mrd.US-Dollar (180 Mrd.DM) an Finanzhilfen zugesagt. Der Rückgang des Ölpreises ergebe sich nicht nur aus der sinkenden Nachfrage der südostasiatischen Länder.Auch der milde Winter in Europa und den USA trage zu einem weiteren Fall des Ölpreises bei, teilte die ADB mit.Außerdem habe in den zurückliegenden Monaten ein erheblicher Produktionsanstieg der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zum Preisverfall beigetragen. Opec-Mitglied Iran stehen wegen der niedrigeren Preise Mindereinnahmen von vier Mrd.US-Dollar (sieben Mrd.DM) ins Haus.Staatspräsident Mohammaed Chatami sagte, Teheran revidiere deshalb seinen im Januar verabschiedeten Haushalt.Damals waren 16 Dollar pro Barrel (159 Liter) Rohöl veranschlagt worden.Nun gehe der Iran von einem Preis von zwölf Dollar aus. Die Einkünfte aus dem Ölexport machen mehr als 40 Prozent der Haushaltseinahmen des Landes aus.Die Förderländer versuchen derzeit, durch Produktionskürzungen den Ölpreisverfall aufzuhalten.Ein Barrel wurde in den vergangenen Wochen für rund 14 Dollar gehandelt.

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