Wirtschaft : Weltwirtschaftsforum Davos: Die Davos-Agenda: Ein Kompass für die Zukunft

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Die Agenda des Weltwirtschaftsforums ist umfassend. Der "Davos Mann" - wie ihn MIT-Ökonom Paul Krugman nennt - ist schließlich die Inkarnation der Globalisierung; kein Thema ist ihm fremd. Gleichwohl bemühen sich die Veranstalter darum, jährlich einen programmatischen Schwerpunkt zu setzen. Das Thema des 31. Weltwirtschaftsforums heißt: "Rahmenbedingungen der globalen Zukunft - Wachstum verstetigen und Trennungen überbrücken".

Das Wachstum sei noch nie so robust gewesen wie heute, heißt es im Programm. Internet und Informationstechnologien enthielten ein großes Potenzial zur wirtschaftlichen Nutzung. Produktivitätsgewinne seien absehbar und trügen zu wachsenden Wohlstand aller bei. Der politische Rahmen ist stabil; größere internationale Krisen sind nicht in Sicht. Aber die Globalisierung hat auch Schattenseiten. Neue Spaltungen durchziehen die Welt: Wissen wird zum wichtigsten Humankapital. Es gibt Länder mit einem gut ausgebildeten Gesundheitssystem für jedermann, und es gibt andere Länder, in denen selbst rudimentärer Schutz bei Krankheit fehlt. Das Forum unterteilt die globale Zukunft dieses Mal in folgende Schwerpunkte

Die Suche nach globalen Spielregeln. Seit der Asienkrise diskutiert die Ökonomie, ob die Regeln der internationalen Finanzmärkte ausreichen. Und seit Seattle ist der Diskurs über ein neues Welthandelssystem ins Stocken geraten. Fraglich ist zudem, ob die internationalen Institutionen (Weltwährungsfonds, Weltbank, Welthandelsorganisation) ausreichend für die Herausforderungen der Globalisierung gerüstet sind oder ob deren Kompetenzen gestärkt werden müssen. Offen ist, ob die Nationalstaaten und ihre Regierungen alleine in der Lage sind, die Vernetzung des Kapitalismus zu ordnen.

Die biotechische Revolution. Erstmals widmet Davos sich auch ausführlich der roten und grünen Gentechnik. Auf dem Programm stehen Vorträge und Diskussionen über Stammzellen, den genetischen Code und "alles, was Sie schon immer über die DNA wissen wollten, aber nie zu fragen wagten".

Die digitale Spaltung überwinden. Nicht über Rohstoffe oder Schwerindustrie, sondern über den Zugang zum Internet werden heute Chancen zugeteilt - auch die Chancen am Arbeitsmarkt. Eine Überwindung der digitalen Spaltung könnte Ungleichheiten in der Welt verringern.

Dialog zwischen Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen (NGO). Davos hat von den Erfahrungen aus Seattle und Prag gelernt. Die Konfrontation zwischen Globalisierungsgegnern und -befürwortern führt nur in die Paralyse. Die Integration der NGOs soll zum besseren wechselseitigen Verständnis zwischen Spitzenmanagern und Protestlern beitragen.

Das Unternehmen im 21. Jahrhundert und seine Chefs. Das Unternehmen des 21. Jahrhunderts finanziert sich zunehmend am Kapitalmarkt und nicht mehr über Kredite. Seit der Krise des Neuen Marktes wird darüber diskutiert, Aufsicht und Kontrolle der Börsenneulinge zu verbessern. Aber auch der Arbeitsplatz, die Formen der Mitbestimmung und Mitarbeiterbeteiligung unterliegen dem Wandel.

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