Weltwirtschaftsforum : Die Welt im Schockzustand

Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos rechnen mit langwieriger Krise

Davos - Unter dem Eindruck der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten hat am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum in Davos begonnen. Als Eröffnungsredner wurde am Abend der russische Regierungschef Wladimir Putin erwartet. Schon vor dem offiziellen Beginn warnten führende Politiker und Wirtschaftsexperten vor einer langen Rezession. Man sei noch lange nicht aus der Krise heraus, hieß es einhellig. Mit mehr als 40 Staats- und Regierungschefs werden doppelt so viele Spitzenpolitiker in den Schweizer Wintersportort kommen wie im vergangenen Jahr. An der bis Sonntag dauernden Veranstaltung mit 2500 Teilnehmern nehmen unter anderem Kanzlerin Angela Merkel (CDU), der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sowie Großbritanniens Premier Gordon Brown teil.

Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte am Mittwoch, die Welt befinde sich an einem Wendepunkt. „Wir leben in Zeiten, in denen Geschichte geschrieben wird.“ Millionen armer Menschen würden noch weiter in die Armut getrieben. Auch mache die Welt gerade eine Krise der Regierenden durch. Medienmogul Rupert Murdoch erwartet, dass die Probleme noch lange dauern werden. Die Krise werde gar schlimmer, sagte er. Man solle aber bei aller Regulierung nun nicht vergessen, was wirklich Werte schaffe. „Das sind offene Märkte und Kapitalismus“, sagte Murdoch. Und der Star-Investor George Soros warnte: „Die Welt befindet sich in einem Schockzustand.“ Diese Krise sei noch deutlich größer als die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC) sind nur 21 Prozent der führenden Manager weltweit davon überzeugt, das es in den kommenden zwölf Monaten wieder zu Wirtschaftswachstum kommt. Als weitere Risikofaktoren für die Unternehmen nennen die rund 1100 befragten Manager aus 50 Ländern Verwerfungen auf den Kapitalmärkten (72 Prozent), Überregulierung (55 Prozent), steigende Energiekosten (50 Prozent) sowie die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitnehmern (46 Prozent). Die Geschwindigkeit und die Intensität der Rezession habe die Manager auf der ganzen Welt überrascht, heißt es bei PwC. dpa

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