Weltwirtschaftsforum : Elite aus Wirtschaft und Politik trifft sich in Davos

Das 38. Weltwirtschaftsforum hat begonnen. Es dürfte dieses Jahr besonders ernst werden. Die Veranstaltung findet inmitten einer tiefen Finanzkrise statt.

Davos
Davos: Wintersportort und Schauplatz des Weltwirtschaftsforums. -Foto: ddp

DavosDabei dürften die Rezessionsgefahr in den USA und die Entwicklung an den Weltbörsen zum größten Teil die Diskussionen der rund 2500 Teilnehmer bestimmen. Der afghanische Präsident Hamid Karsai sowie US-Außenministerin Condoleezza Rice eröffneten das Treffen. Neben 27 Staats- und Regierungschefs und über 110 Ministern, Gewerkschafts- und Religionsführern werden rund 900 Vorstandsvorsitzende oder Geschäftsführer aus aller Welt erwartet.

Zum Auftakt des Traditionellen Weltwirtschaftsforums in der Schweiz blicken die Experten pessimistisch in die Zukunft geblickt. "Ich  glaube, wir werden für ein Jahr lang eine schwere Rezession in den USA sehen", sagte am Mittwoch der New Yorker Wirtschaftsprofessor  Nouriel Roubini. Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Roubini hatte die Probleme der US-Wirtschaft korrekt vorausgesagt. "Die Frage ist nicht, ob die Landung hart oder weich ist, sondern wie hart sie werden wird", sagte er.

US-Notenbank sendet die falsche Botschaft

Stephen Roach, Asien-Chef der US-Investmentbank Morgan Stanley, sagte, er sei zwar zuversichtlich, was das Wachstum in Indien und China angehe. Der Gedanke aber, dass die beiden Ländern die Weltwirtschaft allein antreiben werden, könne sich "als pure Fantasie" herausstellen. Roach kritisierte die Entscheidung der US-Notenbank vom Dienstag als "unbesonnen" und "gefährlich". Die
Bank habe die Zinsen gesenkt, obwohl es keine neuen Nachrichten gegeben habe außer jene, dass die Aktienmärkte in Schwierigkeiten seien. Damit sende die Zentralbank die Botschaft aus, dass "sie einmal mehr nur zum Schutz der Märkte da sind".

In Davos treffen sich in diesem Jahr rund 2500 Teilnehmer, darunter UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der britische Finanzminister Gordon Brown. Ein Hauptthema ist die US-Immobilienkrise und die davon ausgelösten schweren Kursstürze an den Weltbörsen. Die Eröffnungsrede wollte US-Außenministerin Condoleezza Rice halten. In den 200 Debatten werden zahlreiche andere Themen von der Lage in Pakistan bis zum Kampf gegen den Krebs behandelt. Das Weltwirtschaftsforum wurde 1971 vom deutschen Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab ins Leben gerufen und ist heute eines der wichtigsten Treffen von Politikern und Wirtschaftsführern. (ml/AFP/dpa)

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