Wirtschaft : Wenig Durchblick auf der Piste

Eine Skibrille schützt vor Strahlung, Fahrtwind und Blendungen – für Brillenträger sind die meisten Modelle aber ungeeignet

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Klare Sicht. Viele Unfälle auf der Piste passieren wegen Seh- und Wahrnehmungsfehlern. Hier kann eine Skibrille helfen. Foto: dpa-tmn
Klare Sicht. Viele Unfälle auf der Piste passieren wegen Seh- und Wahrnehmungsfehlern. Hier kann eine Skibrille helfen. Foto:...Foto: dpa-tmn

Wenn Ende Januar in einigen Bundesländern die Winterferien beginnen, zieht es viele Familien in den Skiurlaub. Da gilt es, sich vorher richtig auszustatten, mit Helm, neuen Skiern oder auch einer passenden Skibrille. Sie schützt vor Fahrtwind, UV-Strahlen und gefährlichen Blendungen. Für Brillenträger kann die Wahl der passenden Skibrille aber problematisch sein. Zwar bieten viele Hersteller Sondermodelle an, die über der normalen Brille getragen werden können. Die meisten sind aber nicht zu empfehlen, wie die Stiftung Warentest berichtet.

Die Experten des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation prüften elf Schlechtwetter-Skibrillen für Brillenträger. Zusätzlich untersuchten die Warentester noch drei Brillen mit neuem Scheibenwechselsystem. Diese Modelle erlauben es, bei einem Wetterwechsel in den Bergen von Sonne auf Schnee die Scheiben schnell von dunkel auf hell zu wechseln. Die Experten prüften Tragekomfort und Helmtauglichkeit, Sicherheit und Haltbarkeit sowie die Handhabung der Brillen. Zudem wurden die Modelle auf Schadstoffe untersucht.

Bei fast allen speziellen Skibrillen, die zusammen mit einer normale Brille getragen werden können, beschlugen im Test die optischen Gläser, wenn der Skifahrer kurz stehen blieb oder sich im Lift hinsetzte. Erst nach ein paar Minuten Fahrt konnten die Tester durch den Wind wieder klar sehen. Auch Antibeschlagmittel halfen kaum, da sie nur auf unbeschichteten Brillengläsern halten. Heute sind jedoch fast alle optischen Gläser zur Härtung und Entspiegelung oberflächenbehandelt. Trotz der sonst guten Sicht und gutem Tragekomfort konnten die Tester diese Skibrillen nicht empfehlen.

Zwei Ausnahmen gab es: Die Adidas a162 und die Smith Phenom Turbo waren „gut“, auch für Brillenträger. Denn die Hersteller bieten Einsätze, sogenannte Clips, für optische Gläser an. Die Tester konnten auf die unbehandelten Scheiben dieser Clips ein Antibeschlagmittel auftragen und hatten so durchgehend klare Sicht. Die Smith Phenom hat dazu noch einen Miniventilator, der das Anlaufen auch bei starkem Schwitzen verhindert. Er macht nach Meinung der Tester aber ein unangenehmes Geräusch.

Zwei von drei Skibrillen mit Wechselscheibensystem waren „gut“. Am meisten überzeugte die Uvex Take Off die Warentester. Hier gelang der Wechsel der Scheiben, die von Minimagneten gehalten werden, in Sekunden und auch mit Handschuhen und einer Hand. Die Marker Kamaleon war nur „befriedigend“, denn sie enthielt als Einzige im Test Schadstoffe im Schaumstoff.

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