Wirtschaft : Wenig Industrie, hohe Dynamik

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Berlin - Für Berlin ist Mobilität vor allem elektrisch. Wirtschaftsstaatssekretär Nicolas Zimmer (CDU) nutzte die Vorstellung des neuen Clusterreports Verkehr, Mobilität und Logistik am Montag dazu, um noch einmal ausdrücklich darauf hinzuweisen. Aus seiner Sicht durchaus verständlich, hat er als Vorsitzender des Lenkungskreises der Berliner Agentur für Elektromobilität (Emo) auch ein persönliches Interesse an einer möglichst hohen öffentlichen Wahrnehmung dieses Themenbereiches. Rund 150 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg in die Elektrifizierung des Verkehrs geflossen – bezahlt von Unternehmen und der öffentlichen Hand. Neue Projekte mit einem Volumen von 120 Millionen Euro sollen in den kommenden drei Jahren verwirklicht werden. Finanziert werden sie vor allem vom Bund, der die Region als eines von deutschlandweit vier „Schaufenstern Elektromobilität“ fördert. Auch Berlin, Brandenburg und teilnehmende Unternehmen beteiligen sich an den Projektkosten.

Dass Mobilität mehr ist als Elektroautos und Stromtankstellen betonte Cluster-Sprecherin Barbara Lenz, die in Adlershof das DLR-Institut für Verkehrsforschung leitet. Es gehe darum, alle vier Verkehrsbereiche Straße, Schiene, Luft und Wasser in der Region miteinander zu verzahnen. Dabei könne der relativ schwache Industriesektor Berlins sogar von Vorteil sein: Strukturen wie in Süddeutschland, wo jeweils ein großer Autohersteller Arbeitgeber für eine ganze Region sei, gebe es hier nicht. Deshalb sei der Austausch zwischen den eher mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Hauptstadt besonders offen und rege. „Das ist ein großer Vorteil“, sagte Lenz. Als Beispiel für die gelungene Verzahnung der Verkehrsbereiche nannte sie Mercedes und BMW, die mit Carsharing-Modellen wie Car2Go und Drive now den ÖPNV von BVG und S-Bahn sinnvoll ergänzten.

Dem Report zufolge beschäftigen gut 15 000 Firmen und Forschungseinrichtungen in der Region rund 164 000 Menschen in in den Bereichen Verkehr, Mobilität und Logistik. Dort seien in den vergangenen drei Jahren 2000 Arbeitsplätze entstanden. Simon Frost

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