Weniger Bier, mehr Sport : Wer von den guten Vorsätzen der anderen profitiert

Nach den Feiertagen wollen viele Deutsche sich stärker um ihre Gesundheit kümmern. Bewusster essen, mehr Sport treiben - das bessere Leben könnte so einfach sein. Und ist für viele Branchen ein gutes Geschäft.

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Los geht's. In keinem Monat verzeichnen Fitnessstudios so viele Anmeldungen wie im Januar.
Los geht's. In keinem Monat verzeichnen Fitnessstudios so viele Anmeldungen wie im Januar.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Abnehmen, Sport treiben, nicht mehr rauchen – so klingen die immer gleichen Vorsätze. Jahr für Jahr. Für einige Branchen ist deswegen nicht das Weihnachtsgeschäft entscheidend. Es sind die Wochen danach.

In einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK nahm sich die Hälfte der Befragten für 2016 vor, gesünder zu essen. Fast 60 Prozent möchte sich mehr bewegen. Für die Fitnessbranche ist der Januar aus diesem Grund der umsatzstärkste Monat. „Bei McFit spüren wir zu Beginn des Jahres einen vermehrten Zuwachs in unseren Studios“, sagt Unternehmenssprecher Pierre Geisensetter. Ein Grund seien die Feiertage mit dem vielen, kalorienreichen Essen. Ein anderer der Wunsch, im nächsten Jahr ein paar Kilos zu verlieren. Aktuell trainieren 1,2 Millionen Menschen in den Studios der Fitness-Kette.

Bis zum 11. Januar lockt McFit mit einem kostenlosen Training. Der Konkurrent Fitness First bietet drei Probetage und sechs zusätzliche Gratis-Monate nach der Mindestmitgliedschaft an. „Um möglichst viele Menschen bei der Erreichung ihrer Fitness- und Gesundheitsziele zu unterstützen, bieten wir gerade in dieser Zeit verschiedene Möglichkeiten des Einstiegs an“, sagt eine Sprecherin. Auch sie nennt den Januar den „Monat mit den höchsten Neuanmeldungen“. Weil viele Menschen zwar zu Anfang des Jahres kommen, ihre Motivation aber nicht allzu lange anhält, setzen Fitness-Studios auf eine Vertragsbindung von einem Jahr. Wer nach zwei Monaten vom Schwitzen genug hat, muss trotzdem weiter zahlen.

Fitnessketten locken mit Sonderangeboten

Vom Geschäft mit den guten Vorsätzen profitiert auch die Abnehmbranche. Mehr als 360000 Menschen nutzen zum Beispiel das Diät-Programm Weight Watchers. Und das trotz der immer größer werdenden Konkurrenz im Internet und im App-Store. „Insbesondere zu Beginn des Jahres steigen die Teilnehmerzahlen an“, sagte ein Sprecher. Bis zum sechsten Februar entfällt die Anmeldegebühr von rund 30 Euro. Wenn der Wille von Silvester so langsam schwächer wird. Die Techniker Krankenkasse kennt den Trend zu Neujahr ebenfalls. „Ähnlich wie die Fitness-Studios verzeichnen wir dann die meisten Kursteilnahmen“, sagt eine Sprecherin. Am beliebtesten seien Aquafitness, Gymnastik, Yoga und Pilates.

Weil der Jahreswechsel zudem als Zeitpunkt genutzt wird, schlechte Gewohnheiten loszuwerden, steigt der Absatz von Anti-Raucher-Produkten. Der Bierumsatz bricht in den ersten Wochen des Jahres tendenziell etwas ein. Ein Grund dafür ist auch das starke Weihnachts- und Silvestergeschäft.

Abnehmen, Sport treiben, nicht mehr rauchen – doch trotz der klassischen Vorsätze gibt es einen Wunsch, den sich viele im nächsten Jahr noch eher erfüllen möchten: Mehr Zeit haben und weniger Stress. 61 Prozent der von der DAK Befragten wünschen sich mehr Stunden mit der Familie und mit Freunden. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa gaben 62 Prozent als Ziel an, 2016 ein entspannteres Leben zu führen. Jeder Dritte nimmt sich für das kommende Jahr überhaupt nichts vor.

Und bezogen auf die Arbeit? Da antworteten 36 Prozent bei einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Toluna, sie wollen „nach Feierabend besser abzuschalten“. Mehr Zeit in den Job will dagegen nur jeder Zehnte investieren.

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