Wirtschaft : Weniger Chemie, mehr Öl

BASF trotz schwacher Konjunktur auf Rekordkurs.

Kurswechsel. Foto: obs
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Ludwigshafen - Der Konkurrenz aus den USA geht es schlecht, doch BASF stemmt sich gegen den Abwärtssog. Das florierende Geschäft mit Öl und Gas hält den Ludwigshafener Chemiekonzern auf Rekordkurs. BASF-Chef Kurt Bock bestätigte am Donnerstag seine Prognose für ein erneutes Spitzenjahr. Der Manager setzt dabei vor allem auf die Erdölproduktion in Libyen und das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln. Ein geringeres Ergebnis erwartet er im klassischen Geschäft mit Chemikalien.

Ganz spurlos geht die Krise aber auch an BASF nicht vorbei. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen im dritten Quartal deutlich weniger als noch vor einem Jahr. „Hinter uns liegt ein weiteres Quartal, in dem sich die weltwirtschaftlichen Aussichten nicht verbessert haben“, sagte Bock in Ludwigshafen. Mit einer Belebung der Nachfrage im Chemiegeschäft sei dieses Jahr auch nicht mehr zu rechnen. Neben der Schwäche des Marktes führten offenbar höhere Steuern nach dem Wiederanfahren der Ölförderung in Libyen zu schrumpfenden Gewinnen. Der Ertrag sank um ein Fünftel von 1,2 Milliarden auf 946 Millionen Euro.

Die Zahl fiel dennoch deutlich besser aus als die der US-Konkurrenten Dow Chemical und DuPont, die diese Woche wegen Problemen in Asien und Europa Einschnitte mit massivem Stellenabbau angekündigt hatten. Angesichts der mauen Konjunktur habe BASF das aktuelle Sparprogramm fest im Blick. Ab Ende 2015 will der Konzern damit jährlich rund eine Milliarde Euro gutmachen.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereffekten stieg im Zeitraum Juli bis September um 5,4 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um acht Prozent auf 19 Milliarden Euro. Ende September beschäftigte der Konzern 113 452 Mitarbeiter, fast 1750 mehr als ein Jahr zuvor.

Gesunken ist wie bereits im ersten Halbjahr vor allem das Geschäft mit Chemieprodukten, besser lief es dagegen mit Öl und Gas sowie mit Pflanzenschutzmitteln. „In diesem herausfordernden Umfeld konzentrieren wir uns auf unsere Stärken, bauen unser Geschäft aus, haben aber zugleich die Kosten fest im Blick und optimieren weiter unsere Geschäftsprozesse“, kündigte Bock an. Zum Ausgleich des schwächeren Chemiegeschäfts setzt er unter anderem auf einen Ausbau der Öl- und Gasproduktion in Norwegen. So traf die BASF-Tochter Wintershall in dieser Woche eine entsprechende Vereinbarung mit Statoil. Dafür investiert BASF 1,35 Milliarden Dollar (1,04 Milliarden Euro). Zudem will BASF das US-Unternehmens Becker Underwood kaufen, das sich auf biologische Saatgutbehandlung und Pflanzenschutzprodukte spezialisiert hat. Den Anlegern gefielen die Pläne. Der Kurs des Dax-notierten Konzerns stieg bis kurz vor Handelsschluss um knapp zwei Prozent. dpa/dapd

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