Wirtschaft : Weniger Einwanderer in Deutschland OECD sieht Trend

als problematisch an

Berlin/Paris - Immer weniger Einwanderer lassen sich in Deutschland nieder. Ihre Zahl sank 2006 um elf Prozent auf nur noch 216 000, wie die Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch erklärte. Dieser Trend hebt sich damit von den meisten anderen OECD-Ländern ab, die im Schnitt fünf Prozent Zuwachs verzeichneten.

Die Zuwanderung spiele eine wesentliche Rolle beim Ausgleich einer alternden Bevölkerung, mahnte die OECD. Wenn in Deutschland die Einwanderungsquote nicht steige, würde die Erwerbsbevölkerung bis 2020 um 2,5 Prozent schrumpfen. Problematisch sei auch, dass gleichzeitig immer mehr Deutsche ihrer Heimat den Rücken kehren. 20 der 27 OECD-Länder, für die Daten vorliegen, können dagegen mit einer Zunahme der arbeitsfähigen Bevölkerung rechnen.

Die meisten dauerhaften Zuwanderer nach Deutschland kamen 2006 aus Polen (27 Prozent). Aus der Türkei kamen acht Prozent, aus Rumänien vier Prozent. Hinzu kamen aber noch rund 380 000 Menschen für einen befristeten Arbeitsaufenthalt, also Saisonarbeiter wie Spargelstecher oder Aushilfen für Gaststätten. Diese Zahl ist im OECD-Vergleich besonders hoch: Bezogen auf die Gesamtbevölkerung liegt sie fast doppelt so hoch wie in anderen Industrieländern.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine „fremdenfreundliche Einwanderungspolitik“ in Deutschland. Die Zulassung doppelter Staatsangehörigkeiten und die unbürokratische Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse. Tsp

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