Wirtschaft : Weniger Exporte in Euro-Länder

Berlin - Die deutschen Exporteure leiden unter sinkender Nachfrage aus den von Schulden geplagten Euro-Ländern. Die Unternehmen verkauften im Oktober 3,6 Prozent weniger ins Ausland als im Vormonat. Sie fiel fast viermal so stark aus wie von Analysten vorausgesagt. Seit 2009 hat es nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Freitag nur zweimal einen stärkeren Einbruch gegeben. „Wir spüren die Zurückhaltung in Europa“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.

Insgesamt wurden im vorvergangenen Monat Waren im Wert von 89,2 Milliarden Euro ins Ausland geliefert, das waren allerdings 3,8 Prozent mehr als im Oktober 2010. Während die Exporte außerhalb der EU um 8,3 Prozent stiegen, fielen die Ausfuhren in die Euro-Länder um 0,4 Prozent. Etwa 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die Währungsunion, in der fast alle Regierungen den Rotstift angesetzt haben. „Das mag uns momentan wehtun“, sagte Treier. „Aber es wird in vielen Ländern hart daran gearbeitet, wieder wettbewerbsfähig zu werden. Wenn sie das schaffen, profitiert die deutsche Wirtschaft mittelfristig davon.“

Mancher Analyst gab sich pessimistischer: „Wir sehen den Beginn eines kräftigen Rückschlags für die deutsche Außenwirtschaft“, sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. „Das ist eine Euro-Krise. Wenn es unseren Nachbarn nicht gut geht, kann auch Deutschland keine Insel der Seeligen bleiben.“ Bei der Bundesbank glaubt man, dass die deutsche Konjunktur zunächst stärker durch die Verunsicherung infolge der Staatsschuldenkrise belastet werden dürfte. „Angesichts des hohen Offenheitsgrades sind für die deutsche Wirtschaft Nachfrageimpulse aus den Hauptabnahmeländern von großer Bedeutung“, teilte die Bundesbank am Freitag mit.rtr/dpa

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