Wirtschaft : Weniger Falschgeld im Umlauf Knapp 20 000 Blüten sichergestellt

Frankfurt am Main - In Deutschland ist weniger Falschgeld im Umlauf. Fahnder zogen im ersten Halbjahr 19 664 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr, das waren sieben Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2006, teilte die Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mit. Seit mehr als zwei Jahren gehe die Zahl kontinuierlich zurück. Im Euro-Raum blieb das Falschgeld-Aufkommen dagegen mit 265 000 falschen Scheinen konstant, meldete die Europäische Zentralbank (EZB). Besonders beliebt bei den Fälschern ist nach wie vor der gebräuchliche 50-Euro- Schein: Knapp die Hälfte aller Fälschungen sind „falsche Fuffziger“.

Die Polizei rät Verbrauchern, sich mit den Sicherheitsmerkmalen der Geldscheine zu beschäftigen. „Wenn ich die Grundmerkmale eines echten Euro-Scheines nicht kenne, bin ich an der Kasse schnell überfordert“, sagt Reinhold Hepp, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) in Stuttgart.

Gut ist es außerdem zu wissen, in welchen Situationen Fälscher die sogenannten Blüten bevorzugt in Umlauf bringen. Zwar rät Hepp bei großen Summen zu erhöhter Aufmerksamkeit. Es sei aber nicht so, dass „Falschgeld kofferweise angeboten wird“. Üblicherweise werde versucht, es in den normalen Geldkreislauf einzuschleusen. Deshalb sollten Verbraucher auch beim täglichen Einkaufen aufpassen.

Claudius Niewiezesal vom Landeskriminalamt Hamburg empfiehlt, in Stresssituation besonders aufmerksam zu sein: In einem vollen Geschäft könnten Kassierer nicht jeden Schein prüfen. Das nutzten die Fälscher dann aus. „In der Vergangenheit waren auch Apotheken häufig betroffen“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Ähnlich wie in Parfümerien gehe es hier um Beträge, die zwar vergleichsweise hoch sind, aber häufig bar bezahlt werden.

Manchmal sind die Fälschungen so ausgefeilt, dass sie auch die Prüfung unter UV-Licht bestehen. Gerade erst gab es eine Serie von 200-Euro-Scheinen, die UV-Licht reflektieren, was eigentlich ein Merkmal für die Echtheit ist. Auch in Bars und Diskotheken tauche Falschgeld vergleichsweise oft auf, weil die dort üblichen Lichtverhältnisse für eine ordentliche Prüfung meist nicht taugten.

Wer noch während des Bezahlens merkt, dass mit dem Geld etwas nicht in Ordnung ist, sollte die Annahme verweigern, rät Hepp. Fällt dem Betroffenen erst später auf, dass er Falschgeld im Portemonnaie hat, ist der Gang zur Polizei angesagt. „Wer versucht, solches Geld selbst zum Bezahlen zu verwenden, macht sich strafbar“, warnt Claudius Niewiezesal. dpa

Informationen zum Umgang mit Falschgeld gibt es unter www.bluetentrainer.polizei-beratung.de

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