Wirtschaft : Weniger Geld bei Verkauf der Wasserbetriebe

BERLIN (dpa).Das von Wirtschaftssenator Elmar Pieroth (CDU) favorisierte Holding-Modell für die Privatisierung der Berliner Wasserbetriebe bringt offenbar deutlich weniger Geld in die Landeskassen als vom Senat vorgegeben.Die zum Verkauf an einen privaten Investor vorgeschlagenen 49 Prozent Holdinganteile dürfte nach einer am Donnerstag bekannt gewordenen Bewertung durch die Investmentbank Dresdner Kleinwort Benson 1999 einen Ertragswert von nur 1,015 Mrd.DM haben.Das Gutachten war von den Wasserbetrieben (BWB) in Auftrag gegeben, die ebenfalls für das Holdingmodell plädieren.

Nach dem Holdingmodell soll das Land Berlin mindestens 51 Prozent seiner BWB-Holdinganteile und damit seinen wirtschaftlichen Einfluß behalten.Die restlichen 49 Prozent sollen veräußert werden.Unter dem Holdingdach soll das Kerngeschäft Wasserversorgung und Abwasserentsorgung mit einem Umsatz von etwa zwei Mrd.DM weiter als Anstalt öffentlichen Rechts geführt werden.Die übrigen Geschäftsfelder und internationalen Aktivitäten würden in einer "Wettbewerbs AG" gebündelt.Bisher haben sich der für Anstalten öffentlichen Rechts zuständige Wirtschaftssenator und Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) noch nicht auf ein Privatisierungskonzept für Europas größten kommunalen Wasserversorger und Abwasserentsorger einigen können.In der Finanzverwaltung wurde bisher ein Modell favorisiert, bei dem ein Brancheninvestor Zugriff auf das BWB-Kerngeschäft hätte.Fugmann-Heesing hat sich nach Aussage ihres Sprechers bisher noch nicht auf ein Modell festgelegt.Die Entscheidung für ein Privatisierungsmodell soll bis Ende Mai fallen.In dem Gutachten heißt es, für Investoren liege der Anreiz zum Kauf von Aktien in möglichen signifikanten Kostenreduzierungen.Sofern Investoren nicht davon überzeugt seien, daß die Geschäftsführung sich zu einem zügigen Kostenabbau verpflichtet sehe, werde es unmöglich sein, die Anteile zu einem mit ähnlichen Gesellschaften vergleichbaren Preis zu plazieren.Mit Blick auf neue Geschäftsfelder heißt es, bei einer Bewertung würden diese in der Regel nur dann berücksichtigt, solange ihr Wachstumspotential durch einen stetigen Gewinnanstieg bestätigt werde.

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