Wirtschaft : Weniger Geld für Generikahersteller

Regierung will die Preise senken

Maren Peters

Berlin - Die Bundesregierung will zwar daran festhalten, auch patentgeschützte Arzneimittel mit Festbeträgen zu belegen, sie sollen aber deutlich höher ausfallen, als bisher beabsichtigt. Dafür sollen die Hersteller von preisgünstigen Nachahmerpräparaten (Generika) stärker belastet werden. Das ist das Ergebnis eines Treffens im Bundesgesundheitsministeriums, wie am Freitag aus Verhandlungskreisen verlautete. Teilgenommen hatten Vertreter des Ministeriums, der Pharmaverbände VFA, BPI und BAH sowie Vertreter des Bundesausschusses aus Ärzten und Krankenkassen. Die Generikaindustrie saß nicht mit am Tisch.

Die Vereinbarung ist Folge eines Gipfels im Kanzleramt, bei dem Gerhard Schröder der Pharmaindustrie am Montag zugesagt hatte, bei den geplanten Preisregulierungen patentgeschützte Medikamenten ohne therapeutischen Zusatznutzen und nicht patentgeschützte Medikamente nicht in einer Festbetragsgruppe zusammenzufassen. Ein Festbetrag ist der Höchstbetrag, den die Kassen für eine Arznei erstatten. Die Folge ist nach Einschätzung von Marktkennern, dass der Festbetrag für Generika gesenkt wird, während er für patentgeschützte Medikamente erhöht wird. Bei dem Treffen am Donnerstag ist nach Angaben aus Teilnehmerkreisen vereinbart worden, in Modellrechnungen herauszufinden, ob die Generikabranche stärker belastet werden kann, während die forschenden Industrie entlastet wird. Schröder verteidigte die Absprache in der SPD-Bundestagsfraktion nach Teilnehmerangaben mit dem Argument, sie sei notwendig für den Pharmastandort Deutschland. Kassenvertreter warnten davor, die Einsparziele der Gesundheitsreform zu gefährden. Voraussetzung für Beitragssatzsenkungen sei, dass es bei der gesetzlich vorgesehenen Reduzierung der Arzneimittelkosten bleibe, sagte KKH-Chef Ingo Kailuweit am Freitag.

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