Wirtschaft : Weniger Geld für Windstrom und Biomasse Union und SPD wollen trotzdem mehr Ökostrom

Berlin - Mehr Ökostrom für weniger Fördergeld: So stellen sich die Unterhändler von CDU, CSU und SPD offenbar die Energiepolitik der künftigen Bundesregierung vor. Das dürfte eine Herausforderung für die neuen Minister werden.

Im Jahr 2020 sollen rund 40 Prozent des benötigten Stroms hierzulande regenerativ erzeugt werden. Das berichtete die Agentur dpa am Freitag mit Verweis auf einen Textentwurf der Arbeitsgruppe Energie. Die amtierende Regierung hatte bisher das etwas weniger ehrgeizige Ziel von 35 Prozent Ökostromanteil als Ziel ausgerufen. 2012 lag der Anteil bei knapp 23 Prozent. Strittig ist offenbar noch das langfristigere Ziel für 2030: Die Union will 50 bis 55 Prozent, die SPD 75 Prozent.

Diese Ziele sollen Ökostromerzeuger mit deutlich weniger Hilfe durch die Gemeinschaft der Stromverbraucher erreichen. So erhärtete sich am Freitag der Eindruck, dass Förderkürzungen vor allem Windmüller treffen sollen. „Bei windstarken Standorten werden wir die Fördersätze deutlich senken“, heißt es in dem Textentwurf. Das Ziel beim Ausbau der Windparks in Nord- und Ostsee wird von 10 000 auf 6500 Megawatt bis 2020 gesenkt. Das bisherige Ziel hielten Experten allerdings für nicht erreichbar. Treffen soll es auch die Hersteller und Betreiber von Biogasanlagen, die hierzulande oft mit Mais „gefüttert“ werden. Es gelte, eine weitere „Vermaisung“ der Landschaft zu verhindern, heißt es. Entsprechend stark dürften die Fördersätze für diese Technologie sinken.

Schlecht sieht es zudem für die Frackingtechnologie zur Gas- und Ölförderung aus tiefen Gesteinsschichten aus: Industrieverbände werben dafür, Fracking zu erproben, um Energie billiger zu machen. Die Verhandlungsgruppe Umwelt einigte sich aber darauf, ein Moratorium in den Vertrag zu schreiben – aus der Sorge um das Trinkwasser. kph

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