Wirtschaft : Weniger Geld im Keller verheizen

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Die 37 Millionen Wohnungen in Deutschland werden von 17 Millionen Heizungsanlagen beheizt. Das Problem dabei: Nur zehn Prozent der Heizungen sind auf dem neuesten Stand der Technik. Mit einer modernen Anlage könnten 25 bis 30 Prozent der Heizenergie gespart werden, und zuzüglich Dämmmaßnahmen kann der Energieverbrauch einzelner Häuser sogar um bis zu 70 Prozent gesenkt werden. Doch das ist ein anderes Thema.

Die 17 Millionen Heizungen werden mit unterschiedlichen Brennstoffen betrieben. Gas liegt mit 8,2 Millionen vor Öl (6,3 Millionen Heizungen); Gas- Brennwertkessel, die auch die Wärme in den Abgasen nutzen, befeuern gut zwei Millionen Anlagen; 330 000 Heizungen brennen mit Biomasse (Pellets, Holzschnitzel), und schließlich sind noch 165 000 Wärmepumpen im Einsatz. Die Solarthermie wird derzeit vor allem als Ergänzung genutzt. Die Branche der Heizungsbauer hofft auf bessere Speichermöglichkeiten, um Sonnenenergie in der Zukunft intensiver einsetzen zu können.

Alles in allem kommen Bioheizstoffe derzeit auf einen Anteil von sechs Prozent am Wärmemarkt. Zum Vergleich: Erneuerbare Energien haben bei der Stromerzeugung einen Anteil von gut 14 Prozent. Mehr als vier Fünftel der Biowärme kommen derzeit vom Holz. Doch das soll sich ändern.

Bis 2020 halten die Heizungsbauer einen Anteil der Biobrennstoffe von bis zu 15 Prozent am Wärmemarkt für möglich – vor allem mit Biogas und Bioöl. Beim Öl steckt – wie überall – viel Hoffnung in neuer Technik. So soll künftig der Hektarertrag eines Raps- oder Sonnenblumenfeldes von 1000 Liter auf bis zu 8000 Liter steigen, indem nicht mehr nur die Ölfrucht, sondern die ganze Pflanze sozusagen verflüssigt und verbrannt wird.

Nach Öl und Ökobrennstoffen und der Sonne könnte dann irgendwann Wasserstoff die Häuser und Wohnungen heizen. Doch das wird voraussichtlich noch 20 Jahre dauern. Bis dahin helfen moderne Brennkessel und Dämmung. Damit weniger Geld verheizt und das Klima weniger stark belastet wird. alf

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