Weniger Geld : Josef Ackermann fällt zurück

Den Titel als bestbezahlter Chef eines Dax-Konzerns muss Josef Ackermann abgeben. VW-Chef Martin Winterkorn erhält 9,3 Millionen Euro jährlich und damit rund 500.000 Euro mehr als der Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende..

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Schwache Leistung. Mit dem Gewinn der Bank sinkt Ackermanns Gehalt. Foto: dpa
Schwache Leistung. Mit dem Gewinn der Bank sinkt Ackermanns Gehalt.Foto: dpa

Frankfurt am Main – Den Titel als bestbezahlter Chef eines Dax-Konzerns muss Josef Ackermann abgeben: Der Vorstandschef der Deutschen Bank wird für 2010 mit gut 8,8 Millionen Euro entlohnt. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den die Bank am Dienstag veröffentlichte. VW-Chef Martin Winterkorn erhielt 9,3 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren noch rund 9,6 Millionen Euro auf Ackermanns Konto gelandet. Das Vorstandsgehalt spiegelt auch die Entwicklung des Unternehmens wieder: 2010 war der Nettogewinn der Bank von vorher fünf auf nur noch 2,3 Milliarden Euro eingebrochen.

Insgesamt erhalten die acht Top-Manager des Instituts für das vergangene Jahr 44,7 Millionen Euro. Auch im eigenen Haus ist Bank-Chef Ackermann wieder nicht der Topverdiener. Er muss sich mit gut drei Millionen Euro weniger begnügen als Anshu Jain, der Chef des Investmentbankings, der für seine Sparte 2010 ein Rekordergebnis eingefahren hatte. Jain, der auch als möglicher Nachfolger Ackermanns an der Bankspitze gilt, kommt auf 11,9 Millionen Euro.

Der Vorstandschef bekommt allerdings nur knapp 2,7 Millionen Euro sofort ausgezahlt, der Investmentbanker sogar nur 2,15 Millionen Euro. Zu Ackermanns Grundgehalt kommt noch eine erfolgsabhängige Vergütung in bar und in Form von Aktien von insgesamt rund 6,1 Millionen Euro. Sie wird erst nach und nach über die nächsten Jahre ausgezahlt. Mit ähnlichen Regelungen auch für alle übrigen Vorstandsmitglieder trägt die Bank den neuen Vorschriften nach der Finanzkrise Rechnung: Die Auszahlung der Boni erfolgt nur, wenn sich die Geschäfte der Bank auch langfristig positiv entwickeln. Damit soll verhindert werden, dass die Manager hohe Risiken eingehen, um den kurzfristigen Gewinn und damit ihren Bonus zu erhöhen.

Am nachhaltigen Erfolg interessiert sind Manager in der Regel auch, wenn sie selbst am Unternehmen beteiligt sind. Mit gut 1,4 Millionen Aktien und einer Beteiligungsquote von 0,16 Prozent gehört der Vorstand auch zu den größeren Aktionären der Bank. Ackermann selbst verfügt über rund 561 000 Aktien und eine Anwartschaft auf weitere 260 000 Papiere, was aktuell einem Marktwert von rund 33,4 Millionen Euro entspricht.

In ihrem Geschäftsbericht veröffentlicht die Deutsche Bank auch ihre Kreditvergabe in den Krisenstaaten des Euro-Raums. Insgesamt sind es 12,1 Milliarden Euro, 6,9 Milliarden Euro sind durch die Übernahme der Postbank hinzugekommen. Gegenüber Italien sind die Forderungen mit acht Milliarden am höchsten. Auf Griechenland entfallen 1,6 Milliarden Euro. Rolf Obertreis

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