Wirtschaft : Weniger ist mehr

Alles wird teurer? Von wegen. Unsere neue Serie zeigt Ihnen, wo und wie Sie mehr für Ihr Geld bekommen

Heike Jahberg

Wie Familie Kron, den Eheleuten Casper und Franziska Dill geht es vielen Menschen. Obwohl regelmäßig Gehalt oder Rente auf dem Konto eingehen, ist am Monatsende immer mal wieder Ebbe in der Kasse. Das liegt nicht etwa daran, dass die Krons, die Caspers, Frau Dill und ihre Millionen Leidensgenossen schlecht wirtschaften. Die traurige Wahrheit: Trotz des Aufschwungs in Deutschland haben viele Menschen heute weniger Geld zur Verfügung als früher.

Die Statistiker liefern den Beweis. Um gerade einmal zwei Prozent stiegen die durchschnittlichen Tariflöhne der Angestellten im vergangenen Jahr. Das reichte nicht, um die Preissteigerungen von 2,3 Prozent aufzufangen. Unterm Strich sind die Reallöhne gesunken. Auch in diesem Jahr bleibt von den Tariferhöhungen nicht viel übrig. Zwar zogen die Tariflöhne im Januar um 3,3 Prozent an, doch auch die Inflation legte zu. Im Januar und Februar kletterten die Preise verglichen mit dem Vorjahr um 2,8 Prozent, im März um drei Prozent, im April um 2,4 Prozent.

Die steigenden Preise machen auch den Rentnern zu schaffen. Die Rentenerhöhung von 0,54 Prozent im vergangenen Jahr wurde von der Inflation aufgefressen. Und auch das Plus von 1,1 Prozent, das die Ruheständler im Juli bekommen werden, verpufft vollkommen.

Die Einnahmen stagnieren oder steigen nur leicht, zugleich wird das Leben immer teurer. Um über sechs Prozent sind die Strompreise im vergangenen Jahr gestiegen. Beim Gas haben 240 Anbieter Anfang dieses Jahres ihre Preise erhöht – im Schnitt um 5,8 Prozent. 182 von ihnen haben im April oder Mai erneut an der Preisschraube gedreht. Auch viele Lebensmittel haben sich verteuert. Und an den Zapfsäulen klettern die Spritpreise von einem Rekord zum nächsten.

An vielen Gebühren können die Verbraucher nichts ändern. Wasserpreise, Müllgebühren, Steuern – diese Belastungen stehen fest, und einzig bei den Steuern lässt sich mit Hilfe erfahrener Steuerberater etwas drehen. Umso wichtiger ist es daher, dort auf der Hut zu sein, wo man Alternativen hat. Beispiele gefällig? Mehr als 200 Euro liegen zwischen den jährlichen Stromkosten für eine vierköpfige Familie, je nachdem, ob sie bei einem günstigen oder teuren Anbieter unter Vertrag sind. Fast 400 Euro trennen den billigsten und teuersten Autoversicherer bei den jährlichen Versicherungsprämien für einen VW Touran.

Das beste Angebot zu finden, ist nicht leicht. Hunderte Handytarife gibt es, ebenso viele Tarife existieren auf dem Strom- und Gasmarkt. 23 verschiedene Preise hat die Lufthansa allein für die Strecke Berlin-München, je nachdem, wie man bucht, wann man fliegt und wie lange man bleibt. Was ein Ratenkredit kostet, richtet sich danach, wie gut die Bonität des Kreditsuchenden ist. Wer die günstigste Autoversicherung sucht, muss sich zunächst durch rund 20 Rabattmerkmale kämpfen, um herauszufinden, was die Versicherung am Ende kostet.

Wir haben daher Experten um Hilfe gebeten. Die Berater der Verbraucherzentrale Berlin haben sich die Versicherungen, die Konten und die Kredite unserer Leser angesehen und ihnen Tipps gegeben, wie und wo sie sparen können. Energieberater haben unsere Modellhaushalte besucht und ihnen gesagt, wie sie durch eine gute Wärmedämmung oder eine Änderung ihrer Gewohnheiten ganz praktisch Strom- und Heizkosten sparen können. Die Experten der unabhängigen Internet- Verbraucherportale Verivox und Teltarif haben die günstigsten Strom- und Gasversorger, die preiswertesten Telefon- und Internetanbieter herausgesucht. Der Verkehrsclub Deutschland hat ausgerechnet, wie man am günstigsten durch die Stadt kommt, ob mit dem Auto oder der BVG – zumindest in den Zeiten, in denen nicht gestreikt wird.

Von unserer Serie sollen aber nicht nur unsere drei Modellhaushalte, sondern jeder Tagesspiegel-Leser profitieren. In den kommenden zwei Wochen erfahren Sie in Ihrer Zeitung, wo Sie am günstigsten Strom oder Gas bestellen können, welche Handytarife empfehlenswert sind, welche Bank Ihr Konto zum Nulltarif führt, welche Versicherungen Sie sich sparen können, wie Sie am besten zur Arbeit kommen und ob Sie Ihre Lebensmittel ohne schlechtes Gewissen beim Discounter kaufen können. Wir sagen Ihnen auch, wie Sie aus schlechten Verträgen herauskommen, und wie der Wechsel funktioniert. Tabellen für alle wichtigen Bereiche erleichtern den schnellen Überblick. Und sollten Sie am Ende noch Fragen haben, können Sie unsere Experten direkt fragen – bei einer abschließenden Telefonaktion. Lassen Sie sich überraschen. Eines können wir Ihnen aber schon heute verraten: Die Ausgaben für Ihr Tagesspiegel-Jahresabo haben sich nach dieser Serie mehr als rentiert.

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