Wirtschaft : Weniger ist mehr

Bürgschaftsbank muss seltener einspringen.

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Berlin - Zwölf Steckdosen und zehn Neonlampen: Mehr gab es in den Räumen an der Rudi-Dutschke-Straße nicht, als Tim und Marie-Anne Raue sie 2010 anmieteten, um darin ihr Restaurant zu eröffnen. Kein Wasseranschluss, keine Elektrik, keine Küche – ohne Kredite hätten die Raues den Traum vom eigenen Restaurant nicht verwirklichen können. Zwar überzeugte ihr Restaurantkonzept die Bank, für einen Kredit wollte sie dennoch Sicherheiten haben.

Deshalb gehören die Raues heute zu den 2200 Berliner Unternehmern und Freiberuflern, für die die Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg (BBB) sich verbürgt. Die Bank besichert Kredite kleiner und mittlerer Firmen, die aus ihrer Sicht ein stimmiges Konzept vorweisen. 2011 ist die Nachfrage nach Bürgschaften und Garantien bei der BBB allerdings zurückgegangen. Das besicherte Finanzierungsvolumen sank um acht Prozent auf 59 Millionen Euro. Während ein Minus bei einer anderen Bank ein Manko wäre, ist es bei der BBB ein gutes Zeichen. „Es bedeutet, dass die Berliner Unternehmen die Krisenjahre hinter sich gelassen haben“, sagte BBB-Geschäftsführerin Waltraud Wolf am Montag. Die Zahlen zeigten, dass mehr Kredite ohne ihre Unterstützung aufgenommen werden könnten. Damit befände sich die BBB wieder auf Vorkrisenniveau. 311 neue Vorhaben von Unternehmen habe sie im vergangenen Jahr neu besichert.

Für das Ehepaar Raue hat sich die Bürgschaft schon jetzt bezahlt gemacht. Mittlerweile hat Tim Raue einen Michelin-Stern, 19 von 20 Gault-Millau-Punkten und das Restaurant ist regelmäßig ausgebucht. Carla Neuhaus

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