Wirtschaft : Weniger Kampfjets, weniger Jobs

Der Luft-und Raumfahrtkonzern EADS könnte weitere Stellen streichen, sollte die Nachfrage nach dem Eurofighter nicht steigen.

Berlin - Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sieht noch mehr Jobs in Gefahr, sollte es keine neuen Bestellungen für das Kampfflugzeug Eurofighter geben. Bis 2017 gebe es noch Aufträge für den Jäger, blieben weitere aus, werde es 2018 zusätzlich Jobkürzungen geben müssen, sagte der Chef der neuen Sparte Airbus Defence & Space, Bernhard Gerwert. Der künftig unter dem Namen Airbus Group firmierende EADS-Konzern hatte am Montag den Abbau von 5800 Arbeitsplätzen vor allem im Rüstungsbereich bis 2016 angekündigt, 2600 davon allein in Deutschland.

Die IG Metall und der EADS-Betriebsrat erwarten angesichts des massiven Stellenabbaus lange Verhandlungen mit dem EADS-Management. Es solle alles getan werden, um betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern, sagte Betriebsratschef Rüdiger Lütjen. Allerdings müsse die Lage nun erst mal in Ruhe bewertet werden. Noch seien keine Details bekannt, wie viele Stellen an einzelnen Standorten wegfallen sollen. Bis Februar solle es dazu weitere Informationen geben, sagte Lütjen. Dann müsse man mit EADS sprechen. „Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen Monate dauern werden.“

Um die Sparpläne umzusetzen, will der Luft- und Raumfahrtkonzern unter anderem rund 1300 befristete Verträge nicht verlängern. 1500 Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz wegen der Umstrukturierungen eingespart werden soll, könnten nach Angaben des Unternehmens künftig bei den Tochterfirmen, dem Flugzeugbauer Airbus und dem Hubschrauberproduzenten Eurocopter, unterkommen. Allerdings schränkte man bei EADS auf Nachfrage ein, dass ein solcher Wechsel nicht in jedem Bereich automatisch möglich sein wird. Vor allem die Versetzung von hoch spezialisierten Ingenieuren müsse im Einzelfall geprüft werden.

Neben diesen Angeboten setzt man bei der Verwirklichung der Einsparungen offenbar auf den guten Willen der Mitarbeiter: Sie sollen zum Beispiel freiwillig in Altersteilzeit oder den Vorruhestand gehen. Auch soll es ein Abfindungsprogramm geben, über dessen Dotierung und Umsetzung aber noch verhandelt werden muss. S.K./dpa

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