Weniger Schwarzarbeit in Europa : Volumen liegt aber noch bei 2,1 Billionen Euro

Berlin - Die Schwarzarbeit verliert im Durchschnitt in Europa an Bedeutung. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank der Anteil der Schattenwirtschaft von 22,4 Prozent im Jahr 2003 auf 18,5 Prozent in diesem Jahr, wie der Linzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider schätzt. Europaweit beläuft sich das Volumen demnach auf 2,1 Billionen Euro jährlich. Nominal gesehen – also in absoluten Zahlen – ist sie in Deutschland mit 350 Milliarden Euro am stärksten ausgeprägt. Ins Verhältnis zum BIP gesetzt, befinde sie sich mit 13 Prozent aber im unteren Drittel in Europa.

Den Shadow Economy Report 2013 erstellte der Ökonom im Auftrag des Kreditkartenanbieters Visa und in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung A. T. Kearney. Die Ergebnisse beruhen auf Schätzungen. Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und kriminelle Aktivitäten wie Hehlerei und Schmuggel ließen sich nicht genau messen, hieß es.

Zwei Drittel der Schattenwirtschaft hierzulande speisten sich aus Schwarzarbeit. Der Rest entstehe durch das sogenannte Underreporting – etwa, wenn Unternehmen ihre Umsätze nicht korrekt weitermelden oder Privatpersonen ihre Einkünfte nicht korrekt angeben.

Innerhalb Europas geht die Schere weit auseinander. In der Schweiz liege der Anteil der Schattenwirtschaft bei sieben Prozent, schätzt Schneider. Hingegen betrage er in Bulgarien, Kroatien oder Estland bis zu 30 Prozent. In Deutschland seien vor allem hohe Steuern und Sozialabgaben die Hauptursache. Vor allem in Süd- und Osteuropa mache sich die Wirtschaftskrise bemerkbar. Bis 2010 habe der Kampf gegen die Schattenwirtschaft erste Früchte getragen. Hohe Arbeitslosigkeit, geringe Einkommen und Zukunftsängste machten Schwarzarbeit jedoch besonders attraktiv.

In Griechenland sollen künftig gemischte Teams des Arbeitsministeriums und der Polizei intensive Kontrollen durchführen, teilten die zuständigen Ministerien vor einigen Tagen in Athen mit. Nach Behördenangaben sind 40 Prozent der Arbeitnehmer gar nicht versichert. Auf den Touristeninseln soll fast jeder Zweite ohne Versicherung und Arbeitgeberbeiträge tätig sein. Renten- und Versicherungskassen hätten allein 2012 rund sechs Milliarden Euro verloren. VISA EUROPE]sf

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