Wirtschaft : Weniger Sparkassen im Osten

Bevölkerungsschwund und Arbeitslosigkeit führen zu Filialabbau

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Berlin (chh). Die schwache Wirtschaftslage drückt das Geschäft der ostdeutschen Sparkassen. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres stagnierte die Bilanzsumme des Ostdeutschen Sparkassen und Giroverbandes (OSGV) bei 94,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Geschäftsführende Präsident Rainer Voigt ein geringfügig rückläufiges Ergebnis. „Bisher gibt es keine Anzeichen für eine wirtschaftliche Belebung im zweiten Halbjahr“, sagte Voigt. „Die Situation in Ostdeutschland fügt sich nahtlos in die Großwetterlage ein.“ So erhöhte sich der Einlagenbestand der ostdeutschen Sparkassen nur marginal um 0,9 Prozent auf 74,1 Milliarden Euro.

Gründe für die Stagnation der Sparkassen sind laut Voigt der Bevölkerungsrückgang und die zunehmende Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland. „Es ist einfach weniger Einkommen zum Sparen vorhanden“, sagte Voigt. Die Gesamtsumme der vom OSGV vergebenen Kredite stieg im ersten Halbjahr zwar um 1,1 Prozent von 36,2 Milliarden Euro im Vorjahr auf 36,6 Milliarden Euro. Doch das lag laut Voigt vor allem am großen Beitrag der öffentlichen Haushalte, deren Kreditbestand sich um 15 Prozent erhöhte. Das Kreditvolumen bei Firmen sank um 1,7 Prozent, was Voigt auf die hohe Zahl der Insolvenzen und die „spürbare Investitionszurückhaltung angesichts der komplizierten konjunkturellen Lage“ zurückführte. Kredite an Privatpersonen wuchsen leicht um 0,9 Prozent.

Das Filialnetz wurde angesichts dieser Entwicklungen schon von 72 Filialen im Vorjahr auf derzeit 69 reduziert – und weitere Fusionen stehen an. „In unserem Verbandsgebiet wird die Anzahl der Sparkassen weiter rückläufig sein“, sagte Verbandsgeschäftsführer Claus Friedrich Holtmann. „Wir haben Pläne für mehrere Fusionen vorliegen, unter anderem im Großraum Leipzig und im Berliner Umland.“ Auch in Sachsen-Anhalt würden Zusammenlegungen nach Abschluss der Gemeindegebietsreform durchgeführt werden. Außerdem wolle man Kosten durch Effizienzsteigerungen senken, beispielsweise dadurch, dass alle Filialen mit demselben Computersystem arbeiteten.

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