Wirtschaft : Weniger Subventionen für Öko-Energie Umweltministerium: Kosten sinken erstmals

Anselm Waldermann

Berlin - Die Subventionen für erneuerbare Energien dürften in diesem Jahr erstmals sinken. Das geht aus einem internen Papier des Bundesumweltministeriums hervor, das dem Tagesspiegel vorliegt. Demnach belaufen sich die Mehrkosten für Strom aus Wind, Sonne und Biomasse nur noch auf 2,4 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es noch 2,5 Milliarden Euro. Damit widerspricht das Umweltministerium dem Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), der die Belastung der Verbraucher durch Ökostrom vor wenigen Tagen mit 2,7 Milliarden Euro angegeben hatte.

Strom aus regenerativen Energien wird in Deutschland nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) vergütet. Es schreibt für die einzelnen Erzeugungsarten feste Abnahmepreise vor. So erhalten die Betreiber von Solaranlagen rund 50 Cent je Kilowattstunde, für Windstrom sind rund acht Cent fällig. Die Mehrkosten gegenüber konventionellem Strom müssen die Verbraucher zahlen.

Die große Frage dabei ist jedoch, welchen Wert man für konventionellen Strom ansetzen soll. So habe der VDEW, der die etablierte Stromwirtschaft vertritt, „unzutreffend niedrige“ Werte angenommen, heißt es in dem Papier aus dem Umweltministerium. Als korrekte Vergleichsgröße müsse man den Börsenpreis für Grundlaststrom heranziehen – und der ist stark gestiegen. So kostete eine Kilowattstunde an der Leipziger Energiebörse im bisherigen Jahresmittel 4,2 Cent, im Vorjahr waren es noch 2,85 Cent. Damit ist die Differenz zum teureren Ökostrom deutlich geschrumpft. Bei einer durchschnittlichen EEG-Vergütung von 9,53 Cent und 45447 Gigawattstunden Ökostrom kommt das Umweltministerium auf Subventionskosten von 2,4 Milliarden Euro. Und das, obwohl die Gesamtstrommenge aus Sonne, Wind und Biomasse im vergangenen Jahr um knapp 20 Prozent gestiegen ist.

Für das kommende Jahr räumt im Übrigen auch das Umweltministerium eine Zunahme der Kosten für erneuerbare Energien ein. So müssten die Verbraucher bei einem gleichbleibend hohen Börsenpreis mit Mehrkosten von 2,7 Milliarden Euro rechnen. Doch auch das ist noch niedriger als die Berechnungen des VDEW, der auf 2,9 Milliarden Euro gekommen ist. Anselm Waldermann

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