Wirtschaft : Weniger Umsatz, mehr Gewinn

-

Die Sanierung des Medienkonzerns Bertelsmann kommt voran. Obwohl der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres um mehr als eine Milliarde Euro sank, verdiente das Unternehmen mehr. Finanzvorstand Siegfried Luther zeigte sich am Donnerstag optimistisch, dass Bertelsmann trotz Werbeflaute im Gesamtjahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) über dem Vorjahreswert von 936 Millionen Euro erzielen werde. Hoffnungen setzt der Konzern auf das vierte Quartal und das Weihnachtsgeschäft.

„Bertelsmann hat in den ersten neun Monaten an die Entwicklung des Vorjahres angeknüpft und seine operative Ertragskraft weiter verbessert“, erklärte Luther. Für die ersten neun Monate wies der Medienkonzern den Angaben zufolge ein Ebita von 435 Millionen Euro aus. Im Vorjahreszeitraum sind es 291 Millionen Euro gewesen. Im dritten Quartal stieg das Ebita um 91 Millionen Euro auf 207 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss vor Fremdanteilen lag bei 20 Millionen Euro. Die Ertragsverbesserung gelang Bertelsmann aber nur teilweise im operativen Geschäft. Profitiert hat das Unternehmen seit Jahresanfang vor allem von Erlösen (761 Millionen Euro) aus dem Verkauf der Fachinformationssparte BertelsmannSpringer und der Beteiligung am Online-Verlag Barnesandnoble.com. 2002 waren 2,8 Milliarden Euro aus dem Verkauf von AOL Europe-Anteilen in die Kassen des Unternehmens geflossen.

Dass sich der Medienkonzern nach wie vor in einem schwierigen Markt bewegt, zeigt der rückläufige Umsatz: Er schrumpfte im dritten Quartal von 4,2 Milliarden Euro im Vorjahr auf 3,9 Milliarden Euro. Auch in den ersten neun Monaten sank der Umsatz: Er fiel von 13 auf 11,7 Milliarden Euro. Positiv entwickelt sich die Verschuldung. Bertelsmann konnte die Nettofinanzschulden seit Januar um knapp 1,3 Milliarden Euro auf 1,45 Milliarden Euro senken. mot

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben