Wirtschaft : Weniger Unternehmen gegründet

-

Frankfurt am Main Im vergangenen Jahr haben sich in Deutschland weniger Menschen selbstständig gemacht als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Neugründungen von kleinen und Kleinstunternehmen ging 2004 um 200000 auf 1,4 Millionen zurück. „Offenbar verschieben oder verzichten viele Menschen in der derzeit schwierigen konjunkturellen Lage häufig ihre Pläne für die Selbstständigkeit“, sagte Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe am Donnerstag bei der Vorlage des Gründungsmonitors 2005. In diesem Jahr rechnet Irsch kaum mit einer Zunahme der Gründungen.

Auf den anhaltend hohen Druck durch den Arbeitsmarkt weist allerdings die konstante Zahl von Gründungen zum Vollerwerb hin, während Unternehmen zum Nebenerwerb 2004 eine weniger wichtige Rolle spielten. „Der Mangel an Alternativen ist weiter ein wichtiges Motiv für neue Vollerwerbsfirmen“, sagte Irsch. Jeder Zweite, der voll auf seine neue Firma baut, war vorher arbeitslos. Insgesamt waren dies gut 670000 Menschen. Außerdem halte der Trend zur Gründung kleiner Unternehmen an.

Trotz der zuletzt gesunkenen Gründungszahlen sagte Irsch: „Deutschland ist nach wie vor ein Gründerland. Es gibt sehr viele Menschen, die den Kopf voller Ideen haben und mutig den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.“ Die KfW hat im vergangenen Jahr 14000 Gründer mit rund zwei Milliarden Euro finanziert. 2003 hatte die bundeseigene Bank noch rund 1,6 Milliarden Euro aufgewendet. Die KfW sieht vor allem bei Kleinstgründungen einen wachsenden Bedarf und weitet ihr Kreditprogramm aus. ro

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben