Wirtschaft : Wenn der Euro noch 50 Cent wert ist

München - Bei den Bundesbürgern wächst das Misstrauen gegenüber dem Euro. Inzwischen fürchten schon 42 Prozent, dass ihr Geld durch steigende Inflation „bald nichts mehr wert ist“, wie eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest für die Allianz ergab. Nur noch 29 Prozent vertrauen der Gemeinschaftswährung – eine relative Mehrheit von 37 Prozent dagegen äußerte wenig oder gar kein Vertrauen mehr. Damit ist die Stimmung seit der letzten Befragung im Juni gekippt: Damals waren die Optimisten noch in der Mehrheit.

Als robust wird dagegen die deutsche Wirtschaft gesehen, 56 Prozent äußerten sich zuversichtlich. Mit ihrem persönlichen Einkommen sind 34 Prozent zufrieden, und eine Mehrheit erwartet in nächster Zukunft auch eher eine Verbesserung. Mehr als die Hälfte der Deutschen hat der Umfrage zufolge genug Geld, um zu sparen und sich gleichzeitig auch etwas zu gönnen. Nur elf Prozent kommen gerade so über die Runden und erklärten, ihnen bleibe nach Abzug der fixen Kosten nichts mehr zum Sparen übrig. Im Vergleich zum Vorjahr gaben die meisten an, sie hätten den Gürtel etwas enger geschnallt. Wenn sie sich etwas gönnen, geben sie das Geld am liebsten für Kleidung, Wohnung und Reisen aus.

Die meistverbreitete Form der Geldanlage ist das Sparbuch. Der Anteil derer, die eine private Altersvorsorge haben, sank auf 46 (minus drei) Prozent. Nur knapp ein Drittel der Befragten hat eine Immobilie. Eine wachsende Zahl von Bürgern würde aber gern mehr in eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus investieren. Denn 41 Prozent zeigten sich sehr verunsichert, wie sie Geld am besten anlegen sollten. Nur noch 36 Prozent stimmten dem Satz zu: „Wenn man sein Geld bei deutschen Banken anlegt, muss man sich keine Sorgen machen.“ TNS Infratest hatte Ende November 556 Personen ab 18 Jahren befragt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben