• Wenn der Gartenhäcksler sich selbst verdaut Discounter-Angebote sind oft schlecht, sagt die Stiftung Warentest

Wirtschaft : Wenn der Gartenhäcksler sich selbst verdaut Discounter-Angebote sind oft schlecht, sagt die Stiftung Warentest

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(ded). Wenn alle nur das eine wollen, war dieses eine in den letzten Jahren häufig ein Computer von Aldi. Die Deutschen haben nichts dagegen, früh aufzustehen und sich einzugliedern in die Reihen Gleichgesinnter, genau so unverdrossen, wie sie sich sommers in den Stau stellen, denn schließlich konnte man sicher sein, bei Aldi einen „Aktionsartikel“ mitzunehmen, der durchaus Chancen hat, in einem Testbericht als Sieger hervorzugehen. Zumindest bei Computern war das schon öfter der Fall.

In ihrem aktuellen Heft hat die Stiftung Warentest die Aktionsartikel der Discounter geprüft, darunter Aldi, Norma, Penny, Real, Lidl und Plus. Und die, stellte sich heraus, hatten nur in 36 Prozent schnäppchenhaften Charakter. Darunter war im Sommer eine Pulsuhr von Plus, eine Multisäge von Aldi Nord und ein DigitalCamcorder von Real. Fast jeder vierte Artikel war ein Fehlkauf, das heißt, die Geräte funktionierten gar nicht richtig, eine Plus-Küchenmaschine schmauchte beim Gebrauch und, so Henning Wiethöft von der Stiftung Warentest, „ein Gartenhäcksler hat sich selbst verdaut.“ Nach einer Stunde hat er seine eigenen Schrauben ins Mahlwerk geworfen.

Und trotzdem. Hat der Käufer das nicht längst selbst bemerkt? Oder ist er durch all die guten Testberichte und den Eindruck von Preisgünstigkeit darauf geeicht, dass er an den Kassen der Supermärkte vertrauensvoll sein Portemonnaie öffnen kann? „Wenn die Leute zu viel kaufen, dann dort“, sagt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels. Dadurch, dass hier der Eindruck einer einmaligen Gelegenheit erweckt würde, entscheiden sich die Leute schneller. „Und sie akzeptieren Dinge an den Produkten, die sie im Fachhandel nie akzeptieren würden.“

Zudem können Kunden im Fachhandel oft genauso günstig kaufen, fand die Stiftung Warentest heraus – zumindest bei einigen Camcordern. Und dort hätte man für sein Geld noch eine Beratung, Garantie und Auswahl bekommen. Dann hätten die Leute vielleicht auch gar nicht die hochgerüstete Technik gekauft, die sie niemals brauchen.

Alles in allem schnitt Aldi aber noch am besten ab. Lidl liege im Mittelfeld und Plus habe ein echtes Qualitätsproblem, sagt Wiethöft. Was also rät er den deutschen Schlangestehern? „Vergleichen, keine Hektik und sich nicht mit anderen Kunden streiten.“

Mehr dazu im Internet:

www.test.de

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