Wirtschaft : Wenn der Opa mit dem Enkel

Auch Freizeitparks müssen sich auf die demografische Entwicklung einstellen – und mehr Shows bieten.

Markus Fischer
Auf und ab: Ältere Besucher mögen Achterbahnen nicht so gern. Foto: ZB/pa
Auf und ab: Ältere Besucher mögen Achterbahnen nicht so gern. Foto: ZB/paFoto: picture alliance / ZB

Berlin - Es ist lange her: Auf einer kleinen Leinwand lief in schlechter Qualität ein Film, auf dem ein Mann in einem Schienenwagen eine halsbrecherische Fahrt durch eine verlassene Mine unternahm. Der Leinwand gegenüber saßen Jungen, Mädchen, Männer und Frauen und trugen Plastikbrillen mit roten und blauen Gläsern. 3-D hieß die Technik, die damals der letzte Schrei war.

Heute ist das mehrdimensionale Kinoerlebnis wieder da – aber in 4-D, 5-D, 6-D oder gar XD. Die Brillen sind mittlerweile durchsichtig, aber der Film ist der gleiche. Zu sehen war die Lorenfahrt in der vergangenen Woche in Berlin – auf der Freizeitpark-Messe Euro Attraction Show (EAS). Knapp 300 Aussteller aus 60 Ländern haben den über 8000 Fachbesuchern ihre Produkte für das kommende Jahr vorgestellt. Und die neuen Trends. Denn das Freizeitpublikum in Deutschland wird immer älter. Hat die Achterbahn bald ausgedient?

Die Wachstumsmärkte der Zukunft sieht die Branche weniger in Deutschland, sondern eher in Osteuropa und Asien, sagt der Präsident des internationalen Freizeitparkverbandes (IAAPA) und Geschäftsführer des Europaparks in Rust (Baden-Württemberg), Roland Mack. In Amerika und Westeuropa stehen die Anbieter wegen der demografischen Entwicklung vor einem Umbruch. Sie müssen ein neues Publikum erreichen: Großeltern mit ihren Enkeln. Dazu bräuchten die Freizeitparks Restaurants, Gärten, noch mehr Shows und Kinos.

Doch auch die Jüngeren haben sich verändert, sie sind an virtuelle Realitäten gewöhnt, an Computerspiele, Smartphones und soziale Medien. Auch deshalb finden sich auf dem Messegelände neben zahlreichen 3-D-Kinos umso mehr Spieleautomaten, auf denen man Rennen gegeneinander fahren, kegeln oder surfen kann. Mack hält es für notwendig, zu erforschen, wie sich die digitale Welt und Freizeitparks verbinden lassen. Eine entsprechende Trendstudie des IAAPA soll bis 2014 darüber Auskunft geben.

Die Freizeitparkbranche macht sich momentan allerdings keine Sorgen. Die Umsätze und die Besucherzahlen würden trotz jahrelanger Krise steigen. Die Menschen würden eben statt einen teuren Urlaub zu buchen, lieber mit ihren Kindern in den Freizeitpark gehen, glaubt Mack. Die mehr als 300 Parks in Europa hatten in der Saison 2012 nach Angabe des Verbands 150 Millionen Besucher, die der Branche einen Umsatz von zehn Milliarden Euro bescherten. Markus Fischer

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