Wirtschaft : Wenn der Wecker zu früh klingelt

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Nach einem Jahr war Schluss mit der Malerlehre . Seine Firma kündigte dem 18-jährigen Ahmed, der seinen vollen Namen nicht nennen mag. „Ich bin früh einfach nicht aus dem Bett gekommen“, erzählt er. Er ist kein Einzelfall. „Es ist leider so, dass die Schulen zu wenig auf die Berufswelt vorbereiten“, berichtet Nihat Sorgec vom Berufsbildungswerk Kreuzberg. „Wir müssen vielen Schulabgängern erst vermitteln, wie wichtig es ist, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.“

Norbert Giesen von Siemens sieht noch ein anderes Problem. Früher gab es mehr Anlernberufe mit niedriger Qualifikation . Heute wüssten viele Jugendliche gar nicht, was sich hinter technisch anspruchsvollen Berufen verbirgt. „Bei unserem Onlineportal bewerben sich manche munter drauf los, als würden sie Lotto spielen.“

Maxie Ziehmert weiß indes sehr genau, was sie will – und findet trotzdem keine Lehrstelle. Nach anderthalb Jahren und 20 erfolglosen Bewerbungen für eine Ausbildung im visuellen Marketing hat die 18-Jährige die Nase voll. In wenigen Wochen stellt sie sich einer Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule Weißensee. ahe

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