Wirtschaft : Wenn die Zahlen nicht stimmen

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Von Maurice Shahd

Die Verbraucher haben im Januar wieder mehr eingekauft. Das leichte Umsatzplus im Handel bedeutet aber kein Ende der Konsumflaute. Denn wachsende Steuer und Abgabenlast und steigende Arbeitslosigkeit werden die Stimmung der Konsumenten nicht bessern. Das meint auch der Handelsverband HDE. Er jammert seit Monaten über die konjunkturfeindliche Politik der Bundesregierung. Verstört durch höhere Abgaben, begrenzte Ladenöffnungszeiten und Dosenpfand weigere sich der Konsument, tiefer in den Geldbeutel zu greifen.

Seine Argumentation stützt der HDE natürlich mit einer eigenen Statistik: Danach ist der Einzelhandelsumsatz im Januar um 1,5 Prozent zurückgegangen und nicht, wie das Statistische Bundesamt meldet, um 1,3 Prozent gestiegen. Für das gesamte Jahr 2002 hat der HDE einen Umsatzeinbruch von 3,5 Prozent errechnet. Beim Bundesamt fällt das Minus mit 2,2 Prozent moderater aus. Das Problem: In dem mittelständisch geprägten Verband werden vor allem kleinere Fachhändler nach ihrem Geschäftsverlauf gefragt. Die sehr erfolgreichen Discounter und Filialisten sind in der HDE-Statistik unterrepräsentiert. Zudem ist die Datenbasis beim HDE deutlich schwächer als die der amtlichen Statistik. Das Bundesamt befragt fünf mal mehr Händler als der Verband.

Politik, auch die der Wirtschaftsverbände, ist eine Frage der Glaubwürdigkeit. Dazu gehören korrekte Zahlen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die HDE-Statistik immer etwas schlechter ausfällt als die des Bundesamtes. Schwarzmalerei hilft aber nicht, die Kauflaune der Verbraucher zu bessern.

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