Wirtschaft : Wenn Sekunden Minuten sind

Corinna Visser

Wer gern billig einkauft, hat manchmal ein Problem: Der Preis stimmt, aber die Qualität nicht. Das Schöne ist, beim Telefonieren kann einem das eigentlich nicht passieren. Wer etwa über einen Mobilfunkdiscounter telefoniert, nutzt dabei die gleichen Netze wie die direkten Kunden der Netzbetreiber T-Mobile oder E-Plus. Die Qualität der Verbindung ist also genauso gut – bei manchmal deutlich geringeren Gesprächsgebühren. Zuletzt sind die Preise noch einmal kräftig gesunken, weil weitere Billiganbieter auf den Markt gekommen sind. Inzwischen kann man ab 15 Cent pro Minute telefonieren und ab elf Cent eine SMS verschicken. Doch wie immer gilt: Was auf den ersten Blick besonders billig erscheint, muss unterm Strich nicht das beste Angebot sein. Zunächst muss man wissen, dass Service nicht die Stärke der Billiganbieter ist. Die Anbieter subventionieren keine Handys und der Kontakt läuft im Prinzip nur über das Internet. Wer dennoch einmal die Hilfe einer Hotline braucht, muss dafür zum Beispiel bei Simply 1,24 Euro pro Minute aus dem Festnetz und sogar 1,79 Euro pro Minute aus dem Mobilfunknetz bezahlen. Auch mit für den Kunden ungünstigen Abrechnungstakten macht mancher Anbieter einen guten Schnitt: Easy-Mobile (16 Cent pro Minute) zum Beispiel rechnet im Minutentakt ab, berechnet also für ein Gespräch von 61 Sekunden gleich 32 Cent. Simyo rechnet bei gleichem Minutenpreis dagegen nach der ersten Minute im fairen Sekundentakt ab – 61 Sekunden kosten dann also knapp 16,3 Cent. Da ein Gespräch selten auf die Minute genau endet, zahlt der Kunde bei der ungünstigen Abrechnung pro Minute also meistens drauf.

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Discounter im Mobilfunk

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