Wirtschaft : Wer den Arzt meidet, spart Geld

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Selbstbehalte, die es bislang nur in der privaten Krankenversicherung gibt, will die Techniker Krankenkasse (TK) ab Jahresbeginn 2003 nun auch im gesetzlichen System einführen. Das Modell funktioniert so: Der Versicherte bekommt zu Jahresbeginn 240 Euro überwiesen. Wenn er dann zwölf Monate lang keine medizinische Behandlung beim Arzt oder im Krankenhaus in Anspruch nimmt, kann er das Geld behalten. Falls doch, muss er bis zu dem Betrag von 300 Euro alle Rechnungen selbst zahlen, also im Höchstfall 60 Euro aus eigener Tasche drauflegen. Vorsorgeuntersuchungen, Krebsvorsorge, der Kontrollbesuch beim Zahnarzt und die Behandlung von mitversicherten Kindern unter 18 zahlt weiterhin voll die Kasse.

Für gesunde Kassenmitglieder bedeutet der neue Tarif im günstigsten Fall eine Beitragssenkung. Wer im Monat 2000 Euro brutto verdient, zahlt statt 13,7 Prozent, dem üblichen TKBeitrag, nur 11,7 Prozent – vorausgesetzt, er meidet Arztpraxen. Mit steigendem Verdienst sinkt die prozentuale Ersparnis. Wer über der neuen Verdienstgrenze von 3825 Euro liegt, kann immer noch eine Ermäßigung auf 12,7 Prozent herausschlagen. Der Durchschnittsbeitrag aller Kassen dürfte 2003 bei 14,2 Prozent liegen. Der Arbeitgeber, der sich sonst an der Zahlung der Beiträge zur Hälfte beteiligt, profitiert vom Selbstbehalt nicht. Eintreten in den neuen Tarif darf aber nur, wer bereits seit sechs Monaten TK-Kunde ist. brö

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