Wirtschaft : Wer Geld nicht sparen will, muss es ausgeben

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Ob Einkaufen zum Spaß oder zum gezielten Mehren des materiellen Besitzes: Shopping-Hedonismus ist in. Während die Deutschen bei Dingen des täglichen Gebrauchs – ob aus wirtschaftlichen Zwängen oder aus Gewohnheit – zum Pfennigfuchsen neigen, sitzt der Euro bei edlem Mobiliar, Schmuckstücken und Autos, aber auch vergänglichen Gütern wie Reisen und Wellness- oder Funangeboten vergleichsweise lockerer. Vergleichsweise, denn der Konsummotor stottert angesichts von Terrorgefahr und Konjunkturschwäche weiter.

Alles sparen, bei mickrigen Zinsen, in einem so kurzen, vielleicht achtzigjährigen Leben, für wen und für was in einer zunehmend kinderarmen Gesellschaft? Kein Wunder also, dass Wohnzeitschriften zunehmend auf Bisazza-Fliesen oder Badezimmer von Philip Starck aufmerksam machen. Dass immer mehr Autofirmen auch die Luxusklasse bedienen, sogar Volkswagen mit dem neuen Phaeton. Dass statt eines Aktienpakets im Depot zunehmend schmucke Gemälde die Wände zieren. Kunst – das ist überhaupt die beste Synthese von Konsum und Geldanlage. In vielen Bereichen ist Konsum aber gerade jetzt auch für den kleineren Geldbeutel lohnend. Autos sind weiter günstig, Null-Prozent-Finanzierungen nicht selten und dank der jüngst von der EU verordneten Wettbewerbslockerungen für Autohändler dürften die Preise von Januar an noch einmal um fünf bis acht Prozent purzeln.

Notebooks kosten zehn Prozent weniger als vor einem Jahr und dank der Billig-Airlines ist der Trip nach Malaga schon für 65 Euro zu haben. Getreu dem Motto: Konsum ist Balsam für das Ego und hilft der Konjunktur wieder auf die Sprünge. moc

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