Wer hinter dem Ladendiebstahl steckt : Diebe klauen im Einzelhandel für 4,7 Milliarden

Gerade an Weihnachten ist Diebstahl ein großes Problem für den Handel. Schuld sind aber nicht nur die Kunden.

Weihnachten ist für den Handel die umsatzstärkste Zeit des Jahres - und geklaut wird dann auch am meisten.
Weihnachten ist für den Handel die umsatzstärkste Zeit des Jahres - und geklaut wird dann auch am meisten.Foto: dpa

Ob Smartphone, Lippenstift oder Schmuck - geklaut wird, was klein und teuer ist und sich gut weiterverkaufen lässt. Der deutsche Einzelhandel beziffert die Verluste, die ihm im vergangenen Jahr durch Ladendiebstahl entstanden sind, auf 4,7 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent des Umsatzes, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten "globalen Diebstahlbarometer 2013/2014" hervorgeht.

Ladendiebstahl war demnach 2013 der Hauptgrund für den sogenannten Warenschwund. In 37,6 Prozent der Fälle steckten unehrliche Kunden Waren ein, ohne zu bezahlen. Unehrliche Mitarbeiter standen den Kunden aber kaum nach, sie waren in 35,4 Prozent der Fälle für verschwundene Waren verantwortlich. Rund 22 Prozent der Verluste waren der Studie zufolge auf administrative Fehler zurückzuführen. Unehrliche Lieferanten schlugen nur mit knapp fünf Prozent zu Buche.

Deutschland lag mit einer Schwundrate von 1,1 Prozent leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 1,13 Prozent. Gemessen am Umsatz wurde in Norwegen am wenigsten geklaut, dort lag die Rate bei 0,83 Prozent, gefolgt von Japan und Großbritannien mit 0,97 Prozent. Die weltweit höchsten Schwundraten verzeichneten Mexiko mit 1,7 Prozent und China mit 1,5 Prozent. Weltweit entstand dem Einzelhandel im vergangenen Jahr ein Verlust von knapp 97 Milliarden Euro.

Hochkonjunktur hat Ladendiebstahl der Studie zufolge im Weihnachtsgeschäft. Dies sei für den Handel nicht nur größter Umsatzbringer, sondern auch "Hochphase des Warenschwunds", heißt es im Diebstahlbarometer. Auf europäischer Ebene gaben demnach 63 Prozent der Einzelhändler an, dass sie in der Weihnachtszeit den höchsten Warenschwund verzeichnen. Für das globale Diebstahlbarometer befragte das britische Forschungsunternehmen The Smart Cube 222 Einzelhändler in 24 Ländern. AFP

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