Wirtschaft : Wer hinter Protektor steckt

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Die Auffanggesellschaft wird überleben – trotz der Pleite der Mannheimer Versicherung – dessen ist sich die Branche sicher. „Die Funktionsfähigkeit von Protektor ist gesichert.“ Mit dieser Aussage trat gestern der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), KlausWilhelm Knauth, anders lautenden Berichten entgegen. „Alle 110 deutschen Lebensversicherer sind mit an Bord des gemeinschaftlichen Lebensversicherers.“ Die Branche hatte Protektor erst vergangenes Jahr gegründet, als Antwort auf die Nöte einiger der Gesellschaften. Ausgelöst durch den Börsenverfall hatte die Branche Milliardensummen an Abschreibungen in ihren Bilanzen verkraften müssen. Um die Sicherheit des Produktes Lebensversicherung für alle Kunden zu garantieren, gründeten die Versicherer dann Protektor.

Die Mannheimer könnte zum ersten Fall für die Branchen-Auffanggesellschaft Protektor werden, die zumindest die fast 345 000 Verträge der Lebensversicherungs- Kunden weiter erfüllen würde. Mit der Mannheimer droht die erste Pleite eines deutschen Lebensversicherers seit mehr als 50 Jahren. Die Branche beseitigte bisher Schieflagen meist geräuschlos durch Übernahmen. Protektor ist ein ganz normaler Lebensversicherer, der allerdings kein Neugeschäft tätigen darf, sondern nur Bestände abwickeln darf. Noch halten die zehn Gründungsmitglieder von Protektor, unter anderen Allianz Leben, Victoria, Hamburg Mannheimer, Volksfürsorge und AM Leben, die Hälfte des Grundkapitals von 3,2 Millionen Euro. In den nächsten Tagen würden die restlichen 100 Gesellschaften Aktionäre werden, sagte Knauth. „Das ist nur noch eine Formalie.“ Darunter sind auch alle die Versicherer, die sich gegen ein Rettungskonzept für die Mannheimer Lebensversicherung gesperrt hatten.

Protektor ist aber noch ein virtuelles Unternehmen, fest stehen bisher nur die beiden Vorstandschefs, GDV-Geschäftsführer Günter Boost und Jose Ferrer. Um die Handlungsfähigkeit von Protektor schnell zu gewährleisten, werde jetzt eine Task-Force gebildet, heißt es beim GDV. Denkbar sei aber auch, die Bestandsbetreuung der Policen durch die EDV und Mitarbeiter der Mannheimer Lebensversicherung abzuwickeln, sagte Knauth: „Dadurch könnten wir Kosten sparen.“ cd/HB

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