WER WILL DIE DRESDNER? : Schwieriger Prozess

Schon mehrfach hat die Allianz ihr Sorgenkind Dresdner Bank umgebaut – trotz des Abbaus zahlreicher Stellen bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Seit drei Quartalen in Folge weist das Institut nun Verluste aus. Deshalb plant die Allianz einen Verkauf des Hauses, das sie 2001 für 24 Milliarden Euro gekauft hatte. Das wäre für die Münchener ein Befreiungsschlag. Um den Prozess zu beschleunigen, wird die Bank derzeit in zwei unabhängige Einheiten aufgespalten: eine für das Privatkundengeschäft, eine für das Investmentbanking. Ende August soll die Neuorganisation abgeschlossen sein. Allianz-Chef Michael Diekmann hielt sich am Donnerstag zur Zukunft der Dresdner aber bedeckt. Man werde nach einer Lösung suchen, die für Mitarbeiter und Kunden gut ist, erklärte er lediglich. „Das ist nicht einfach.“ Als offenes Geheimnis gilt, dass eine Option eine Fusion mit der Commerzbank ist. „Wir sind aktive Teilnehmer an der Bankenkonsolidierung“, sagte Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller am Mittwochabend in Frankfurt am Main dazu. Daneben interessieren sich die spanische Banco Santander und die chinesische Staatsbank China Development Bank. Allerdings stocken die Gespräche seit Wochen wegen unklarer Bewertungsfragen. „In Krisenzeiten dauert die Buchprüfung länger, da sie viel aufwendiger ist“, sagte Commerzbank-Chefkontrolleur Müller dazu. „Das ist aber kein Zeichen für einen Abbruch von Gesprächen." tmh/ro

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