Wirtschaft : Werbeflaute belastet Pro Sieben Sat 1 Zukunft der Bundesliga ungewiss

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München (nad). Die anhaltende Krise auf dem Werbemarkt hat Deutschlands größtem Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 in den ersten neun Monaten des Jahres herbe Verluste beschert. Die Senderfamilie verbuchte im dritten Quartal einen Vorsteuerverlust von 53,6 Millionen Euro und rutschte damit auch für die ersten neun Monate mit 28,3 Millionen in die roten Zahlen. „Leider gibt es derzeit weder Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung noch für ein Anziehen des Fernsehwerbemarkts“, sagte Vorstandschef Urs Rohner am Donnerstag in München.

Der zur insolventen KirchMedia gehörende Konzern, der in Kürze an den Bauer-Verlag verkauft werden soll, richtet sich deshalb auf ein schwieriges viertes Quartal ein. Rohner rechnet damit, dass der Konzernumsatz im Gesamtjahr um drei bis vier Prozent sinkt. Der Konzernchef geht davon aus, dass der Fernsehwerbemarkt 2002 um acht Prozent schrumpft. Für das kommende Jahr zeigte sich Rohner optimistischer: „Wir werden ein signifikant besseres Ergebnis liefern“, versprach er. Der Vorstandschef kündigte für 2003 weitere Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe an. Die einzelnen Sender, von denen in diesem Jahr nur Pro Sieben schwarze Zahlen schreibt, sollen dazu verstärkt auf Profitabilität getrimmt werden: Für Kabel 1 wird bereits in diesem Jahr ein positives Ergebnis erwartet; der Nachrichtensender N24 soll 2005 in die Gewinnzone kommen.

Um den defizitären Sender Sat 1 im kommenden Jahr profitabel zu machen, schickt Pro Sieben Sat 1 nun Fernsehvorstand Ludwig Bauer nach Berlin. Bauer will „programmliche Schwachpunkte“ ausmerzen. „Im Vorabend-Programm und für die Wochenenden haben wir noch kein greifendes Konzept gefunden“, sagte er. Außerdem will der Konzern prüfen, ob er seine Option für die Rechte der Fußball-Bundesliga auch in der kommenden Saison ziehen wird. Obwohl die Quoten stimmten, verdiente Sat 1 mit der Sendung „Ran“ bisher kein Geld. Dabei bezahlt der Sender wegen der Kirch- Krise in diesem Jahr weniger Geld für die Bundesliga als zuvor. Das Unternehmen will Rohner zufolge erst im kommenden Jahr entscheiden, ob es seine Option ziehen wird.

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