Werbekampagne sucht Urheber : Umparken für Opel

Eine aktuelle Werbekampagne will mit Irrtümern aufräumen: mit der Idee, dass Spinat Eisen enthält, oder mit der Behauptung, dass es in Hamburg immer regnet. Unklar bleibt bislang hingegen, wer hinter der Aktion steckt - aber es gibt eine Vermutung.

Anne Labinski
Die "Umparken im Kopf" Kampagnenhomepage. Fraglich ist, wer die Aktion in Auftrag gegeben hat. Foto: screenshot
Die "Umparken im Kopf" Kampagnenhomepage. Fraglich ist, wer die Aktion in Auftrag gegeben hat.Foto: screenshot

Seit einigen Tagen zieren große gelb-schwarze Plakate die Stadt Berlin. Darauf zu sehen ist zum Beispiel das Piktogramm einer Hummel vor einem schwarzen Hubschrauber. Daneben steht: "Aus Sicht der Physiker kann die Hummel unmöglich fliegen. Der Hummel ist das egal. Und dir?". Oder: "100 Jahre lang dachte man, Spinat hätte viel Eisen. Bis jemand eine zweite Messung machte". Die Sätze sind so eingängig wie sie zum Nachdenken anregen. Genau darum geht es in der Kampagne "Umparken im Kopf": Es ist ein öffentlicher Aufruf die allgemeinen und eigenen Vorurteile zu überdenken.

Auch auf Werbebannern im Internet, sozialen Netzwerken wie Facebook und auf Youtube ist die Kampagne zu finden. Laut Aussage auf der eigens dafür errichteten Homepage geht es darum, "sich für neue Meinungen zu öffnen", um so eine Bereicherung zu erfahren. Weiter heißt es: "Was wir denken, bestimmt, was wir sehen. Und Dinge, über die wir ein vorgefasstes Urteil haben, sehen wir oft überhaupt nicht mehr. Dabei würde sich genau hinschauen lohnen". Auf der Seite werben auch Prominente wie Bettina Zimmermann, Fahri Yardim und Nadja Uhl, die dafür sorgen sollen sich die Kampagne noch genauer anzusehen. Auch der ehemalige Fußballspieler Thomas Hitzelsberger teilt die Kampagne über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Thomas Hitzelsperger via den Kurznachrichtendienst Twitter. Foto: screenshot
Thomas Hitzelsperger via den Kurznachrichtendienst Twitter.Foto: screenshot

Daneben läuft ein Countdown. Ob dieser wohl verrät, wer hinter der Kampagne steckt? Wenn man sich das Layout anschaut, kommen assoziativ folgende in Frage: der Fußballklub Borussia Dortmund oder der Internetversandhändler Amazon. Oder ist es doch eher ein später Versuch der ehemalige schwarz-gelbe Regierung ihr Image zu retten?

Im Netz mutmaßt man schon längst, dass der Rüsselsheimer Autohersteller Opel für die Aktion verantwortlich ist. Der angeschlagene Konzern könnte damit versuchen sein schlechtes Image zu verbessern. Opel-Sprecher Axel Seegers dementiert nicht gerade vehement: "Ich möchte die Spekulationen um uns nicht weiter anheizen und deswegen nichts weiter dazu sagen."

Warum auch? Wie das Echo im Netz zeigt, wird schon jetzt über Opel gesprochen. Auch auf der interaktiven Plattform. selbst ist den Usern scheinbar klar, wer hinter der Kampagne steckt. Einer schreibt beispielsweise: "Mit umparkenimkopf.de scheint Opel ja einen Volltreffer gelandet zu haben".

Schon vor einiger Zeit hat das Unternehmen versucht sein Ansehen aufzupolieren. In der Fernsehwerbung erklärt Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund wie "schlau" die Modelle Insignia und Astra sind. Dabei spielt das Unternehmen ganz bewusst selbstironisch mit dem angestaubten Image.

Für die Umsetzung der aktuellen Umparken-Kampagne ist die "Agentur für taktische Kommunikation Moccatactic" aus Frankfurt am Main zuständig. Für eine Aussage war dort zunächst niemand zu erreichen.

Die Idee des so genannten viralen Marketing ist jedoch keine neue. Auch der Tabakhersteller Marlboro nutze sie schon für seine umstrittene Werbekampagne "Don't be a MAYBE". Das Publikum wurde zunächst ebenso im Unklaren über den Urheber der Aktion gelassen.

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