Wirtschaft : Werber sind nicht mehr so optimistisch Hypothekenkrise und starker Euro belasten

Maren Peters
Werbung

Berlin - Die Stimmung in der Werbebranche, die auch ein Indikator für die Lage der Gesamtwirtschaft ist, hat sich eingetrübt. Für das laufende Jahr gehen die Agenturen nur noch von einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 4,2 Prozent aus, wie der Gesamtverband GWA in seinem Herbstmonitor ermittelt hat. Im Frühjahr hatten die Werber noch mit einem Wachstum von 5,5 Prozent gerechnet. Auch für das kommende Jahr ist die Zuversicht gedämpft. Die Branche erwartet dann nur noch ein Plus von 3,8 Prozent.

„Ich glaube nicht, dass der Aufschwung schon vorbei ist“, sagte GWA-Präsident Holger Jung am Donnerstag in Berlin. „Aber dass die Immobilienkrise in den USA und der starke Euro Auswirkungen haben, ist klar.“ Die Bereitschaft der Unternehmen, Geld in Werbung zu investieren, sei leicht zurückgegangen. Auch die Renditeerwartungen der Agenturen sind der Umfrage zufolge wegen steigenden Kostendrucks etwas verhaltener geworden. Bereits am Vortag hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,8 auf 2,5 Prozent gesenkt.

Grund zur Sorge sieht GWA-Chef Jung für die Werbebranche aber noch nicht. „Die Umsatzentwicklung pendelt sich auf ein gesundes Niveau ein“, sagte er. Die Unternehmen seien aber auch weiter auf der Suche nach Personal.

Auch wenn die klassische Werbung nach wie vor den größten Umsatzanteil ausmacht, gewinnt die Internet-Werbung nach Angaben Jungs immer mehr an Bedeutung. Immer häufiger würden Online- und Offline-Werbung verknüpft. Leichte Kannibalisierungseffekte zulasten der Printmedien schloss der Mitinhaber der Agentur Jung von Matt nicht aus. Im vergangenen Jahr hatte die Branche insgesamt 21,7 Milliarden Euro umgesetzt.

Wer in diesem Jahr den deutschen Werbe-Oskar „Effie“ für die kreativste Kampagne bekommt, verriet Jung noch nicht. Die Gewinner will der GWA heute Abend bei einer Galaveranstaltung in Berlin bekannt geben. Maren Peters

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