Werberat : Rüge für nackte Frau auf Fleisch-Lieferwagen

Mit einer nackten Frau wirbt die süddeutsche Firma G&M auf ihren Autos für frische Fleischwaren. Anfangs prangte sogar noch der Aufkleber "Kontrollierte Qualität" auf dem weiblichen Körper. Dafür sprach der Werberat nun eine Rüge aus.

BerlinDiese Werbung sei menschenunwürdig und frauenfeindlich, hieß es in einer Erklärung des Deutschen Werberats. Die Firma habe zwar den Stempelaufdruck "Kontrollierte Qualität G&M" auf dem Frauenkörper entfernt, sei aber nicht bereit, auch auf das Nacktfoto mit dem Zusatz "Schönheit kommt von innen" zu verzichten. Der Werberat monierte die "nahe gelegte Gleichstellung einer Frau mit Frischfleisch".

Eine Firma für Ahnenforschung wirbt mit einem Hitler-Bild

  
Insgesamt prüfte der Werberat im ersten Halbjahr 118 von Bürgern beanstandete Werbekampagnen. Lediglich 30 davon kritisierte der Werberat. Die meisten der betroffenen Firmen zogen ihre Anzeigen daraufhin zurück - nur wenige Unternehmen warben unverdrossen weiter und bekamen deshalb eine öffentliche Rüge. Neben G&M rügte der Werberat etwa die Griesheimer Firma Ahnenforschung, die laut
ZAW Adolf Hitler auf ihrer Website als Blickfang benutzt. Dies sei "besonders zynisch und trifft insbesondere Menschen, die unter dem Rassenwahn des Nazi-Regimes zu leiden hatten".
  
Die meisten an den Werberat gerichtete Beschwerden, nämlich 41 Prozent, betreffen frauenfeindliche Anzeigen, wie der ZAW erklärte. Danach folgen die Gründe Gewaltverherrlichung, Verstoß gegen moralische Mindestanforderungen und die Nachahmungsgefahr gefährlichen Verhaltens. Verletzte religiöse Gefühle oder Männerdiskriminierung sind eher selten Anlass für Beschwerden. (rik/AFP)

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