Werbung : Benetton provoziert China

Das italienische Modeunternehmen Benetton ist seit Jahren bekannt für seine provozierenden Werbekampagnen. Pünktlich zu Olympia wirbt der Konzern nun mit einer Anzeige, auf der sich ein tibetischer Mönch und ein chinesischer Soldat gegenüberstehen.

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Das aktuelle Werbemotiv von BenettonFoto: AFP -

RomDas italienische Modeunternehmen Benetton hat zum Beginn der Olympischen Spiele am Freitag eine Werbeanzeige mit einem tibetischen Mönch und einem chinesischen Soldaten veröffentlicht. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich bei der Gegenüberstellung des Tibeters und des Chinesen, über deren Köpfen das Wort "Opfer" gedruckt steht, um eine "Botschaft für den Frieden" und keinesfalls um eine politische Äußerung. Die Werbung erschien auf Doppelseiten mehrerer italienischer Tageszeitungen und auch in der französischen Tageszeitung "Le Monde". Ein tibetischer Mönch in rotem Gewand und ein uniformierter chinesischer Soldat halten sich an den Händen und beten. Über ihren Köpfen steht in schwarz das Wort "Victims" (Opfer) geschrieben.

"Wir wollen in keinem Fall Partei für China oder Tibet ergreifen. Es handelt sich um eine allgemeine Botschaft für Frieden, Toleranz und friedliches Miteinander zwischen den Völkern", sagte ein Benetton-Sprecher. Das Bild bilde den Abschluss einer Initiative des Unternehmens für die Opfer des Erdbebens im Mai im Südwesten Chinas. Bei dem Beben waren rund 90.000 Menschen getötet worden oder gelten seitdem als vermisst. In der Vergangenheit hatten mehrere Werbekampagnen von Benetton Diskussionen ausgelöst, vor allem die des Fotografen Oliviero Toscani. (yr/afp)

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