Werksschließung : SPD-Chef propagiert Nokia-Boykott

Nun will auch SPD-Chef Kurt Beck beim telefonieren nicht ständig an "dieses unglaubliche Ärgernis" erinnert werden und ruft indirekt zum Boykott von Nokia-Handys auf. Seine Warnung an den finnischen Handy-Hersteller: "Deutschland hat 82 Millionen Verbraucher".

HamburgSPD-Chef Kurt Beck hat die Deutschen indirekt zum Verzicht auf Nokia-Handys aufgefordert. "Es ist nicht meine Art, zum Warenboykott aufzurufen", sagte Beck der "Bild am Sonntag". "Aber für mich - und vielen Deutschen geht es sicher ähnlich - hat der Name Nokia seit dieser Woche keinen guten Klang mehr. Mir persönlich kommt kein Nokia-Handy mehr ins Haus." Beck fügte hinzu: "Ich will beim Telefonieren nicht ständig an dieses unglaubliche Ärgernis erinnert werden." Indirekt forderte Beck anschließend zum Boykott auf: "Wir alle können gemeinsam deutlich machen, dass wir uns nicht vorführen lassen. Deutschland hat 82 Millionen Verbraucher."

Beck verschärfte seine Kritik an der Entscheidung von Nokia, die Produktion von Bochum nach Rumänien zu verlagern: "Wir müssen den Verantwortlichen bei Nokia klarmachen, was sie tun. Der Lohnkostenanteil bei der Handyproduktion liegt unter fünf Prozent", sagte Beck. "Wer da die Lohnhöhe als entscheidenden Grund für eine Standortverlagerung nennt, nachdem er 90 Millionen Euro Subventionen kassiert hat, verschweigt, dass es ihm nur um höhere Rendite geht." Zuvor hatten schon mehrere Politiker einen Nokia-Boykott angekündigt, darunter Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) und SPD Fraktionschef Peter Struck. (jam/AFP)

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