Wirtschaft : Werkzeugindustrie ist gut im Schwung

REMSCHEID (kv/HB).Die deutsche Werkzeugindustrie zeigt sich zuversichtlich.Nach einem Umsatzplus von vier Prozent im vergangenen Jahr geht die mittelständische Branche für 1998 von einem Wachstum von drei bis 3,5 Prozent aus.Auch die Renditen erholen sich wieder langsam."Die Erwartungen bis zum Jahresende sind durchaus optimistisch", konstatiert Rainer Langelüddecke, Geschäftsführer des Fachverbands Werkzeugindustrie (FWI) in Remscheid.Die jüngste Umfrage zeige, daß mehr als drei Viertel der Betriebe von einer positiven Entwicklung für 1998 ausgehen.16 Prozent erwarten sogar einen günstigeren wirtschaftlichen Verlauf.Lediglich sieben Prozent prognostizieren eine Verschlechterung.Die gegenwärtige Situation beurteilen 85 Prozent der Unternehmen als günstig oder befriedigend.1996 hatte die schlechte Gesamtentwicklung dazu geführt, daß sich die Umsatzrentabilität auf 1,6 Prozent (unter Berücksichtigung eines Unternehmerlohnes) fast halbierte.Sollte der derzeitig positive Trend weitergehen, bestehe die Hoffnung, daß sich die Rendite wieder ein wenig erhole.

Immerhin konnte der Umsatz im ersten Halbjahr um 7,4 Prozent gesteigert werden.Die größte Schubkraft stammt noch immer aus dem Ausland.Mit 9,7 Prozent war die Steigerungsrate fast doppelt so hoch wie im Inlandsgeschäft (5,4 Prozent), das allerdings immer stärker in Schwung komme, so Langelüddecke.Der Umsatz der Betriebe mit 20 Beschäftigten und mehr, der von der amtlichen Statistik erfaßt wird, stieg im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 4,275 (4,113) Mrd.DM.Von den insgesamt 1048 Betrieben der Werkzeugindustrie beschäftigen 509 lediglich bis zu neun Leute.Weitere 246 Firmen befinden sich in der Größenklasse zwischen zehn und 19 Beschäftigten.Lediglich acht Unternehmen haben mehr als 400 Mitarbeiter.Trotz des mittelständischen Charakters ist die Branche im Ausland überaus erfolgreich.Die Exportquote liegt inzwischen bei 73 Prozent.Der Schlüssel zur Existenzsicherung wird nach den Worten Langelüddeckes vornehmlich in der Verbesserung des Kundennutzens liegen.Dies erfordere vor allem, die Produkte weiterzuentwickeln, Kosten im Materialeinkauf und im Personalbereich zu senken, ein enges Zusammenwirken von Lieferant und Absatzmittler im Marketing sowie engere Zusammenarbeit von Lieferant und Kunden.In der Werkzeugindustrie würden zunehmend Einkaufs- und Vertriebskooperationen aufgebaut.Personalintensive Arbeitsgänge würden in Anrainerstaaten in Mittel- und Osteuropa verlagert.Die Fertigungstiefe werde verringert, die Zahl der Lieferanten gestrafft."Kooperationen sichern die Überlebensfähigkeit.Die deutsche Werkzeugindustrie sieht sich in hohem Maße für den Wettbewerb gerüstet", so Langelüddecke.

Während die Exporte in den letzten 25 Jahren um 350 Prozent anzogen, stiegen die Importe um 750 Prozent.Im vergangenen Jahr wuchs die Ausfuhr um zwölf Prozent auf 3,98 Mrd.DM.Die Importe stiegen um 9,6 Prozent auf 2,41 Mrd.DM.Festzustellen sei insbesondere, daß Amerikaner zunehmend "Brückenköpfe in Europa" schlügen und Importaktivitäten und Fertigungskapazitäten aufbauten.

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