Wirtschaft : Wertlose Hilfe

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Selten wurde deutlicher, wie politisch die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen bei der Bekämpfung von Krankheiten in den Entwicklungsländern ist. Den Regierungen der westlichen Staaten ist daher zu empfehlen, einen Blick in die jüngste Ausgabe des britischen Medizinjournals Lancet zu werfen. Die Zeitschrift kommt zu dem Ergebnis, dass die von der UN organisierte Behandlung von MalariaOpfern in Afrika nicht zu weniger, sondern zu mehr Toten geführt hat. Zirka eine Millionen Menschen, vor allem Kinder in Afrika, sterben jährlich an der durch Moskitos übertragenen Krankheit.

Das Blatt wirft der UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem im Jahr 2002 gegründeten globalen Fonds für Aids, Malaria und Tuberkulose vor, sie würden wissentlich mit unwirksamen Behandlungsmethoden arbeiten. Nach Informationen von Lancet setzten die Hilfsorganisationen noch immer auf die Malaria-Medikamente Chloroquin und SP, deren Patente inzwischen ausgelaufen sind. Mit den Präparaten wurden einst gute Ergebnisse erzielt, doch sie versagen seit den 70er Jahren, da die Erreger resistent geworden sind. Als effektivste Behandlungsform für Malaria gilt stattdessen eine kombinierte Therapie mit patentgeschützten neuen Medikamenten.

Patentfreie Medikamente sind ohne Frage billiger. Aber der Sinn des globalen Fonds ist gerade die Bereitstellung von teurerer Medizin, die sich Entwicklungsländer nicht leisten können. Stattdessen versorgen die Hilfsorganisationen die Afrikaner mit wertlosen Arzneien. Das traurige an dieser Praxis ist ihr ideologischer Ansatz: Die Gesundheitsaktivisten von WHO und dem globalen Aids-Fond stehen mit den Patentinhaber für die neuen Medikamente auf Kriegsfuß und scheinen alles zu verdammen, was den Pharmafirmen Gewinne beschert. Lieber setzen sie patentfreie Medikamente ein.

Gerade erst haben die USA und die Europäische Union dem globalen Aids-Fonds beträchtliche Finanzhilfen zur Bekämpfung von Aids in den Entwicklungsländern versprochen. Doch sein stümperhaftes Hantieren mit der Malaria-Epidemie muss den Regierungen eine Warnung sein. Sie sollten die Organisationen vor die Wahl stellen, entweder besser mit den öffentlichen Geldern umzugehen oder ganz ohne sie auszukommen.

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