Wirtschaft : Wertpapier-Analysten: Zweifel an der Objektivität

tmo

Professionelle Fondsmanager klagen in Umfragen zunehmend darüber, dass die Analysearbeit großer Finanzhäuser - in unterschiedlichem Maße - unter Interessenkonflikten leide. So sollten Anlageprofis bei einer Untersuchung des Magazins Institutional Investor auf einer Skala von eins bis zehn angeben, in welchem Ausmaß das Firmenkundengeschäft die Bankanalysten beeinflusse. Der Wert von 7,7 deutet den Institutional-Investor-Experten zufolge auf "starke Zweifel an der Objektivität der Analysten" hin. 60 Prozent der befragten Fondsmanager haben nach eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten ihre internen Research-Aktivitäten ausgebaut. Offenbar verlassen sie sich immer weniger auf die Prognosen der Banken.

Dass Firmenkunden die Research-Arbeit der Banken anders bewerten als Investoren, zeigt deutlich eine aktuelle Reuters-Umfrage unter Unternehmen und Fondsgesellschaften. Einige Institute erhielten von den Aktiengesellschaften deutlich bessere Noten als von den Vermögensverwaltern. Die Unternehmen wählten bei der Rangliste für den deutschen Markt das US-Haus Goldman Sachs auf Platz eins und JP Morgan auf den zweiten Rang. Die Fondsprofis entschieden sich dagegen für die Deutsche Bank, gefolgt von dem Schweizer Haus UBS Warburg.

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