Wirtschaft : Wertpapiere: Aktien unterm Weihnachtsbaum

Veronika Csizi

Nur noch vier Tage bis zum Fest - und keine Idee für das passende Geschenk? Schenken Sie doch einfach Aktien oder Fondsanteile. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Geschenk lässt sich auch sehr persönlich gestalten und sein Wert steigt mit zunehmendem Alter. Zudem kann man das Präsent per Telefon oder Computer problemlos bestellen. Und nicht zuletzt sind Wertpapiere je nach Geldbeutel ab etwa 40 Mark in allen Preislagen erhältlich.

Einiges gilt es dennoch zu beachten: Wer Aktien schenken will, muss selbst ein Depot bei einer Bank besitzen, denn eine Depoteröffnung für einen Dritten ist ohne dessen Unterschrift nicht möglich. Man ordert also wie üblich zunächst ein Papier für sein eignes Depot, lässt es über Nacht einbuchen und kann seinen Lieben dann einen Gutschein unter die Tanne legen. Nach dem Festtagsrummel sucht sich der Beschenkte in aller Ruhe eine depotführende Bank aus, auf die das Papier dann binnen ein bis zwei Wochen übertragen wird.

Aber Vorsicht: Bei der Auswahl der Papiere sollte man auf sogenannte Namensaktien verzichten. Dabei ist der Name des Käufers im Aktienbuch des Unternehmens vermerkt und kann bei einer Schenkung auch nur mit erheblichem Aufwand geändert werden. Nach der Depotübertragung würde der Schenkende also trotzdem weiter als Eigentümer gelten, erhielte auch Quartalsberichte, Einladungen und somit Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Namensaktien haben beispielsweise Daimler-Chrysler, Lufthansa, Siemens oder Allianz.

Auslieferung ist teuer

Natürlich kann man Aktien auch als echte, papierne Urkunden verschenken. Die meisten Banken haben einige Anteilsscheine größerer Firmen vorrätig. Allerdings ist die reale Auslieferung einer Aktie erheblich teurer als die virtuelle: Bei der Deutschen Bank 24 etwa, so Sprecher Klaus Winkler, muss man für diesen Spezialservice etwa 50 Mark zusätzlich berappen. Ein paar reale Fondsanteile, zumindest von hauseigenen Produkten, haben dagegen viele größere Bankfilialen ohne zusätzliche Kosten vorrätig.

Überhaupt schlagen die Kaufkosten bei kleinen bis kleinsten Stückzahlen erheblich zu Buche: Wer beispielsweise eine T-Aktie verschenken möchte, muss zum Preis der Aktie (aktuell knapp 74 Mark) die Kaufgebühren hinzurechnen. Am billigsten sind hier die Direkt- und Onlinebanken wie Consors, Fimatex, Comdirect oder Direkt Anlage Bank, allerdings verlangen auch sie beim Kauf einer einzigen Aktie pauschale Mindestgebühren, die sich im Schnitt auf etwa 20 Mark belaufen. Die Großbanken sind teurer, bieten dafür aber eine Beratung. Bei der Deutschen Bank 24 kostet der Kauf einer Einzelaktie laut Winkler etwa 30 Mark.

Fonds sind preiswerter

Billiger kommt man mit Fonds weg. Hier fallen keine Kaufgebühren außer dem Ausgabeaufschlag an, der meist bei vier bis fünf Prozent liegt. Der Fonds kostet also beispielsweise 100 Euro, beim sofortigen Wiederverkauf erhielte man aber nur den sogenannten Rücknahmepreis von 95 Euro (minus fünf Prozent). Bei den Direktbanken erhält man viele Investmentfonds allerdings auch mit reduziertem oder sogar ganz ohne Aufschlag. Zwei Tipps für den Beschenkten: Hat Opa dem Enkel beispielsweise zehn Aktien oder Fondsanteile unter den Baum gelegt, die schnell wieder zu Barem gemacht werden sollen, dann heißt es aufgepasst! Denn werden Wertpapiere binnen eines Jahres wieder verkauft, dann unterliegen sie der Spekulationssteuer, deren Höhe abhängig ist vom persönlichen Steuersatz. Die einjährige Frist beginnt nicht mit dem Kauf, sondern mit dem Tag der Übertragung in das Depot des Beschenkten. Aber: Bei einem Freibetrag von 1000 Mark müssen entweder die Gewinne enorm oder das Geschenk sehr großzügig sein. Auch eine Schenkungssteuer fällt bei üblichen Beträgen und zwischen nahen Verwandten nicht an.

Bleibt nur noch die Frage: Welches Papier soll ich schenken? Angesichts von 4500 in Deutschland erhältlichen Fonds und 10 652 kaufbaren Aktien haben Sie die Qual der Wahl. Allerdings gilt bei Aktien wie Fonds immer: Für eine positive Wertentwicklung gibt es keine Garantie.

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