Wirtschaft : Wertpapierhandel: Investmentbranche erwartet für 2000 "Jahrhundert-Jahrgang"

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Die deutsche Investmentbranche rechnet für 2000 mit einem "Jahrhundert-Jahrgang". Ungeachtet der schwachen Börsenentwicklung entfalle auf die Investmentgesellschaften in diesem Jahr schätzungsweise rund die Hälfte des Sparvolumens der privaten Haushalte, sagte Udo Behrenwaldt, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Deutscher Investment-Gesellschaften (BVI) am Dienstag in Berlin. Das insgesamt von den Investmentgesellschaften verwaltete Fondsvermögen belaufe sich per Ende Oktober auf ein neues Rekordniveau von 961,6 Milliarden Euro, 28 Prozent mehr als binnen Jahresfrist. Allen Publikumsfonds zusammen seien bis Ende Oktober per Saldo 53,1 Milliarden Mark zugeflossen, das verwaltete Volumen liege bei 452,2 Milliarden Euro. "Damit hat sich das Fondsvermögen in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt", sagte Behrenwaldt, der zugleich Sprecher der Geschäftsführung der Deutsche-Bank-Tochter DWS Investment GmbH ist. Favorit der Anleger waren auch im Jahr 2000 Aktienfonds: 59,4 Milliarden Euro flossen diesem Fondstyp in den ersten zehn Monaten neu zu, das insgesamt verwaltete Vermögen belief sich Ende Oktober auf insgesamt 237 Milliarden Euro. Heute entfallen nach der BVI-Statistik über die Hälfte aller Publikumsfonds auf Aktienfonds, vor zehn Jahren waren es gerade einmal zwölf Prozent. Im Mittelpunkt des Interesses standen Branchenfonds, die 24,5 Milliarden Euro einsammelten. Auf Platz Eins in der Anlegergunst findet sich die Biotechbranche mit 9,3 Milliarden Euro, gefolgt von Technologie- (acht Milliarden Euro) und Internetfonds (4,6 Milliarden Euro).

Mit Blick auf die Einbeziehung der Investmentanlage in die staatlich geförderte private Altersvorsorge gibt sich der BVI zuversichtlich. Der mit dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen sowie dem Arbeits- und Finanzministerium gefundene Kompromiss erlaube, "die hohe ökonomische Effizienz der US-Pensionsfonds in das deutsche Altersvorsorgesystem zu übertragen", so BVI-Präsident Manfred Laux.

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