Wirtschaft : Wertvolle Weihnachten

Wie man am besten Geld, Gold, Aktien oder Sparpläne verschenkt

Sabine Hölper
Gold geht immer. Eine bessere Anlage als güldene Weihnachtsengel sind allerdings Barren oder Münzen. Foto: p-a/Bildagentur-o
Gold geht immer. Eine bessere Anlage als güldene Weihnachtsengel sind allerdings Barren oder Münzen. Foto: p-a/Bildagentur-oFoto: picture-alliance / Bildagentur-o

Jedes Jahr die gleiche Frage: Was schenkt man seinen Lieben zu Weihnachten, wo Mutter und Vater schon alles haben und man den Geschmack der Neffen sowieso nicht trifft. Geld wäre eine Alternative, gilt aber als einfallslos. Doch es gibt einen Ausweg, wie man sinnvoll und trotzdem kreativ schenken kann: Statt Bares in einen Umschlag zu stecken, legt man Wertanlagen unter den Baum. Gold zum Beispiel, Sparpläne oder Aktien.

Gut machen sich Edelmetalle, allen voran Gold. Erstens sind sie optisch ansprechend, zweitens eine sichere Wertanlage, und drittens ist Gold seit Monaten äußerst beliebt. Aus Angst vor einer Geldentwertung haben Anleger auf das Edelmetall gesetzt. Innerhalb eines Jahres ist der Wert für eine Feinunze (31,10 Gramm) um gut 20 Prozent in die Höhe gegangen. Gold zu verschenken hat den Vorteil, dass man es schon in kleinen Mengen zu entsprechend geringen Preisen kaufen kann. Ein Ein-Gramm-Barren kostet rund 43 Euro. Allerdings handelt es sich dabei um sogenannte Barrenblättchen, sie sind aus Feinblech gestanzt. Gegossene Barren sind erheblich schwerer und entsprechend teurer. Für 100 Gramm – das ist die kleinste Größe – sind schon mehr als 3000 Euro fällig.

Eine Alternative stellen Goldmünzen dar. Als Geschenk eignen sich am besten Münzen mit hoher Materialqualität, die zudem bekannt sind, wie beispielsweise Krügerrand oder American Eagle. „No- Name-Produkte sind zwar günstiger zu haben“, sagt David Reymann vom Goldhandelsunternehmen Proaurum. „Sie sind aber schwer wieder zu verkaufen.“

Wer weniger investieren will, kann Silber verschenken. Silbermünzen gibt es schon ab etwa 30 Euro. Hinzu kommt: „Silber hat mehr Potenzial in der Aufwertung“, sagt Reymann. Allerdings ist auch das Risiko eines Wertverlustes größer als bei Gold. Kaufen kann man Edelmetalle zum Beispiel bei Proaurum – entweder übers Internet oder direkt in der Filiale; in Berlin in der Hardenbergstraße.

Steigende Börsenkurse machen auch Aktien oder Aktienfonds interessant. Als Geschenk eignen sich die Wertpapiere allerdings nur bedingt, da der Kauf von Aktien in der Regel ein Buchungsvorgang ist. Der Gegenwert muss einem Depot gutgeschrieben werden. Folglich muss auf den Namen des Beschenkten ein Depot bei einer Bank eröffnet werden. Da das aber nicht ohne seine Unterschrift (bei Minderjährigen der Unterschrift der Eltern) möglich ist, ist jegliche Überraschung dahin. Außerdem verursacht ein Depot bei einer herkömmlichen Bank jedes Jahr Kosten in Form von Depotgebühren. Und, auch das ist bei Geschenken nicht ganz unwichtig: Der Beschenkte hat nichts in der Hand.

Attraktiver sind sogenannte effektive Stücke, also Aktien in Papierform. Allerdings gibt es kaum noch Unternehmen, die Aktien drucken lassen. Und wenn sie es doch tun, ist der Kauf der Papiere teuer. Gerade wenn man nur ein Stück erwirbt, können die Nebenkosten höher liegen als der Wert der Aktie. Ein schönes Geschenk sind Papier-Aktien – so sie denn zu haben sind – trotzdem, vor allem dann, wenn der Beschenkte einen Bezug zum ausgebenden Unternehmen hat. Ist der Sohn beispielsweise Fan des Fußballvereins Borussia Dortmund, kommt die Schmuckaktie, die man sich übers Bett hängen kann, sicher gut an. Im Fanshop gibt es die Aktie inklusive Passepartout für 39,90 Euro plus 6,50 Euro Versandkosten. Sie ist ein offizielles Wertpapier, erlaubt also den Besuch der Hauptversammlung und kann jederzeit zu Geld gemacht werden.

Alternativ können fußballbegeisterte Anleger zu der neu aufgelegten Anleihe des Hauptstadtclubs Hertha BSC greifen, einem festverzinslichen Wertpapier, das in Stückelungen von 100, 500 und 1892 Euro (ein Verweis auf das Gründungsjahr) ausgegeben wird. Die Anleihe hat eine Laufzeit von sechs Jahren und wirft jährlich fünf Prozent Zinsen ab. Man kann sie beim Verein, zum Beispiel über die Website, erstehen – gegen einen Aufpreis von sechs Euro auch als gerahmte Schmuckurkunde.

Etwas spröder, aber solide sind Sparpläne. Als Geschenk eignen sich am besten solche Produkte, die ohne die Unterschrift des Beschenkten gekauft werden können. Dazu gehört zum Beispiel der Spar-Geschenk-Gutschein der Berliner Volksbank. Der Gutschein kann mit jeder beliebigen Summe ausgestattet werden. Er kann vom Beschenkten innerhalb von drei Jahren eingelöst, also für jegliche Art von Spareinlage genutzt werden.

Ist der Beschenkte minderjährig, ist auch die sogenannte Enkel-Police interessant, ein Vorsorgesparplan, wie ihn diverse Versicherungsgesellschaften anbieten. Unter gewissen Voraussetzungen kann sie ohne die Zustimmung der Eltern von Großeltern, Onkeln oder Tanten erworben werden. Diese zahlen entweder einmalig oder über eine bestimmte Laufzeit monatlich einen Betrag ein, der dann – sobald der Beschenkte volljährig ist – in einer Summe oder als lebenslange Rente an ihn ausgezahlt wird. Enkel-Policen sind direkt bei Versicherern oder über Banken und Sparkassen, zum Beispiel über die Berliner Sparkasse, zu beziehen.

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