Wirtschaft : WestLB: Bank an britischer Railtrack interessiert

Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) hat offenbar Interesse an einer Übernahme der insolventen britischen Schienennetzbetreibers Railtrack. Ein WestLB-Sprecher bestätigte am Freitag in Düsseldorf auf Anfrage, dass die Bank in dieser Sache an die britische Regierung herangetreten sei. Zu Einzelheiten wollte er aber keine Angaben machen.

Die britische Regierung hatte am vergangenen Wochenende die Bestellung eines Konkursverwalters beantragt, nachdem das mit 3,3 Milliarden Pfund (10,2 Milliarden Mark) verschuldete Unternehmen um eine Geldspritze der Regierung zur Abwendung des Zusammenbruchs gebeten hatte. Industrieminister Stephen Byers wollte sich noch am Freitag mit den Spitzen des Railtrack-Managements treffen, um über Maßnahmen zu sprechen, mit denen die seither wertlosen Railtrack-Aktien wenigstens für die privaten Anleger wieder Wert zurück erhalten könnten.

Britischen Medienberichten zufolge sollen auch andere Banken - beispielsweise Barclays und Citigroup sowie die japanische Nomura - an Railtrack interessiert sein. Es blieb zunächst unklar, ob die WestLB für sich selbst oder im Namen eines Konsortiums Interesse an Railtrack hat.

Das Firmenmanagement hat Industrieminister Byers wegen dessen Handhabung der Railtrack-Krise scharf kritisiert. Bei einem Treffen am Freitag wollten die Manager vor allem verlangen, dass die neue Strecke durch den Kanaltunnel als wertvollstes Stück des Schienennetzes weiterhin im Railtrack-Vermögen bleibt. Dies würde bedeuten, dass die Aktien nicht völlig wertlos bleiben müssen. Railtrack war 1994 privatisiert worden. Im Mai 2001 wies das Unternehmen erstmals einen Verlust aus.

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