Wirtschaft : WestLB-Chef Hilgert schmeißt hin Manager vermisst Unterstützung der Eigner

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Heinz Hilgert

Berlin - Auch die vergleichsweise guten Zahlen zum Jahresauftakt haben den Chef der WestLB nicht abhalten können: Heinz Hilgert, der erst vor einem Jahr an die Spitze der angeschlagenen Landesbank gerückt war, trat am Montag überraschend zurück. Hilgert begründete seinen Schritt in Düsseldorf mit der mangelnden Unterstützung eines Teils der Eigentümer bei der Auslagerung von Geschäftsaktivitäten im Umfang von rund 80 Milliarden Euro. Er gebe sein Amt mit sofortiger Wirkung auf und verzichte auf alle weiteren Gehaltszahlungen und Pensionsansprüche, erklärte Hilgert.

Mitten im Umbau verliert die Bank damit ihren wichtigsten Steuermann. Auf Druck der EU-Kommission muss die drittgrößte deutsche Landesbank, die durch die Finanzkrise ins Schlingern geraten war, ihr Geschäftsvolumen halbieren. Das hatte die EU erst in der vergangenen Woche zur Bedingung für die Gewährung eines fünf Milliarden Euro schweren staatlichen Risikoschirms gemacht. Die Hilfen kamen vom Land Nordrhein-Westfalen und den Sparkassen, die zu den Eignern der Bank gehören. Außerdem soll das Institut bis Ende 2011 verkauft werden.

Von den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen, den Mehrheitseignern, fühlt sich Bankchef Hilgert dabei offenbar nicht genügend unterstützt. Sie seien nicht bereit gewesen, die nötigen Garantien für den Umbau der Landesbank zu geben, kritisierte der Manager.

Bei der Vorlage der Quartalszahlen war noch nicht zu ahnen, dass er hinschmeißen würde. Die WestLB meldetete für das erste Quartal einen Gewinn von 212 Millionen Euro. Nach Bankangaben war es der beste Jahresauftakt seit 2002. Dies untermauere seine „feste ... Überzeugung, dass der Vorstand ein nachhaltig tragfähiges und profitables Geschäftsmodell für die WestLB entwickelt hat“, sagte Hilpert.pet

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