Wirtschaft : WestLB ebnet Preussag Weg in den Tourismus

LTU-Verkaufspläne beim Kartellamt DÜSSELDORF/BERLIN (dpa).Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB/Düsseldorf) hat den Weg für den Einstieg der Preussag AG ins Tourismusgeschäft frei gemacht.Ein von ihr unterzeichneter Vertrag über den Verkauf der LTU-Anteile der Bank sei am Donnerstag dem Bundeskartellamt zugestellt worden, teilte die Bank in Düsseldorf mit.Sie gehe davon aus, daß damit die Auflagen der Kartellbehörde erfüllt seien und die Genehmigung erteilt werde.Ein Sprecher der Berliner Wettbewerbsbehörde sagte, daß am kommenden Montag über die Tourismus-Aktivitäten der Preussag entschieden werden soll.Der Konzern, an dem die WestLB mit gut 30 Prozent beteiligt ist, hatte im vergangenen Jahr das traditionsreiche Hamburger Transport- und Reiseunternehmen Hapag-Lloyd AG übernommen und zugleich die Kontrolle über Europas größten Reiseveranstalter Touristik Union International GmbH & Co KG (TUI), Hannover, beantragt.Voraussetzung für das grüne Licht des Kartellamtes war jedoch, daß sich die WestLB als Aktionär von Preussag und TUI von ihrem 34- Prozent-Anteil an dem Ferienflieger LTU (Düsseldorf) trennt.Der jetzt dem Kartellamt vorliegende öffentlich-rechtliche Vertrag sehe eine Treuhandlösung vor, wonach innerhalb einer angemessenen Frist das LTU-Paket verkauft werden soll, erklärte die WestLB.Bis zum Verkauf werde der Kölner Versicherungskonzern Axa Colonia die Treuhandfunktion ausüben.Für die Übernahme der WestLB-Anteile an der LTU soll es nach Angaben der Bank zahlreiche Interessenten geben.Darunter befinden sich nach Presseberichten unter anderem auch die Swiss Air, Deutsche BA, der Reiseveranstalter Airtours, British Airways und die Bahn-Tochter DER.Damit steht einer Zustimmung durch das Kartellamt offenbar nichts mehr im Wege.Anfang der Woche hatten die Wettbewerbshüter erklärt, wenn die beteiligten Unternehmen den entscheidenden wettbewerblichen Rahmenbedingungen entsprächen, könne die Genehmigung der geplanten Touristikfusion sehr schnell erfolgen.Neben dem "gelben Lager" um die kürzlich fusionierten NUR Touristic und Condor Flugdienst entsteht damit unter dem Dach der Preussag die zweite große Touristikgruppe, das "rote Lager".Hapag- Lloyd und TUI sollen aber nach bisherigen Plänen eigenständig weitergeführt werden.

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